Im Alter von 84 Jahren : Ex-"Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben gestorben

Der ehemalige Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Foto: dpa/Daniel Reimann
Der ehemalige Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Foto: dpa/Daniel Reimann

Der frühere "Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben ist nach ARD-Informationen im Alter von 84 Jahren gestorben.

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13. Juni 2019, 12:19 Uhr

Hamburg | Der ehemalige "Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Hamburg, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilte.

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NDR-Intendant Lutz Marmor würdigte Wieben als prägende Fernsehfigur. "Als Sprecher hat er Generationen begleitet", erklärte Marmor in Hamburg. Wieben sei "stets seriös, kompetent und hoch professionell" aufgetreten.

Von 1973 bis 1998 hatte Wieben Deutschlands bekannteste Nachrichtensendung als Sprecher vor der Kamera präsentiert. Zuvor war der an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin ausgebildete Schauspieler am Theater aufgetreten und als Hörfunk-Sprecher sowie Ansager im Fernsehen im Einsatz. Der "Tagesschau"-Redaktion gehörte er schon einige Jahre als Off-Sprecher an, bevor er zu einem ihrer prominentesten Gesichter wurde.

Der gebürtige Dithmarscher, der später in Hamburg lebte, war auch Autor und Herausgeber verschiedener Bücher auf Plattdeutsch, er gab Lesungen und nahm Hörbücher auf.

In Songs bekannter Musiker verewigt

Nach seiner letzten "Tagesschau" blieb Wieben konsequent: "Es war für mich eine wunderschöne Berufszeit. Aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei", sagte er einmal. Da hatten ihn Musiker wie Falco ("Jeanny"), Udo Lindenberg ("Mein Ding") und die Band Fettes Brot ("Können diese Augen lügen") bereits in Songs verewigt.

Lindenberg selbst erklärte zum Tod Wiebens:

Wilhelm Wieben ist nicht von uns gegangen, er ist nur vor uns gegangen. Mein lieber Freund und geheimster Geheimrat. RIP - dein Udo. Udo Lindenberg
 
25 Jahre lang war Wieben eins der Gesichter der Tagesschau, hier ist er 1997 im Studio zu sehen.
dpa/Markus Beck
25 Jahre lang war Wieben eins der Gesichter der Tagesschau, hier ist er 1997 im Studio zu sehen.

Für Schlagzeilen um ihn sorgte Schauspielerin Inge Meysel (1910-2004), als sie 1995 in einem "Stern"-Interview öffentlich seine Homosexualität ansprach: "Eigentlich habe ich nur schwule Freunde. Ich verreise zum Beispiel gerne mit Wilhelm Wieben", sagte Meysel.

Die Reaktionen danach seien einhellig positiv gewesen, erzählte Wieben später und erklärte: "Inzwischen habe ich eigentlich kein Verständnis dafür, wenn jemand aus seiner Homosexualität ein Geheimnis macht."

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