Favoritensieg in Tel Aviv : ESC 2019: Deutsche S!sters Drittletzte – Skurriler Auftritt von Madonna

Die deutschen ESC-Teilnehmer S!sters wurden Drittletzte. Madonnas Auftritt sorgt für Staunen.
Die deutschen ESC-Teilnehmer S!sters wurden Drittletzte. Madonnas Auftritt sorgt für Staunen.

Beim ESC 2019 in Tel Aviv gab es einen Favoritensieg. Am meisten gesprochen wurde über den Auftritt von Madonna.

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19. Mai 2019, 08:31 Uhr

Tel Aviv | Deutschland ist beim Eurovision Song Contest mal wieder weit hinten gelandet – wie bereits vor zwei, drei und vier Jahren. Nur im letzten Jahr wurde diese Pleiteserie kurz unterbrochen von Michael Schulte, der den vierten Platz erreichte. Das Duo S!sters setzte nun mit einem drittletzten Platz auf Rang 24 die deutsche Misserfolgsserie fort. Hinter Deutschland landeten nur Weißrussland und Großbritannien.

Favoritensieg in Tel Aviv

Die Niederlande gewannen zum fünften Mal in der Geschichte des Wettbewerbs – nach 1957, 1959, 1969 und 1975. Die Liebeskummerballade "Arcade" des Interpreten Duncan Laurence (25) traf vor allem den Geschmack der TV-Zuschauer.

Duncan Laurence aus den Niederlanden tritt im Finale des Eurovision Song Contests (ESC) 2019 auf. Foto: dpa/Ilia Yefimovich
Ilia Yefimovich
Duncan Laurence aus den Niederlanden tritt im Finale des Eurovision Song Contests (ESC) 2019 auf. Foto: dpa/Ilia Yefimovich

"Wir sind stolz auf Duncan Laurence, der Europa mit musikalischer Klasse erobert hat, den Niederlanden zum ersten Mal seit 44 Jahren den Gewinn beschert hat und das Songfestival im kommenden Jahr in die Niederlande holt!", schrieben König Willem-Alexander und Königin Máxima auf Twitter.

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Ehemaliger Superstar auf Platz 4

Auf Platz zwei kam am Ende Italien, auf Rang drei Russland, Platz vier erreichte die Schweiz mit Luca Hänni, der 2012 die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" gewonnen hatte.

Der Eurovision Song Contest fand in Tel Aviv statt, weil die israelische Sängerin Netta Barzilai im vergangenen Jahr mit ihrem Song "Toy" gesiegt hatte.

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Insgesamt nahmen am ESC in diesem Jahr 41 Länder teil. 15 Beiträge wurden in den beiden Semifinals (Halbfinals) am Dienstag und Donnerstag aussortiert. Neben Deutschland sind als große Geldgeber automatisch Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien fürs Finale gesetzt, ebenso der Gastgeber, also diesmal Israel. Die Zuschauer konnten wie immer über den Sieger mit abstimmen, jedoch nicht fürs eigene Land. Ihr Voting wurde ergänzt von Juroren.

Kurioser Auftritt von Madonna

Superstar Madonna trat während der Abstimmungsphase auf und sang etwas schief ihren 30 Jahre alten Hit "Like a prayer". Sie präsentierte außerdem einen neuen Song: "Future". Madonnas neuer Song „Future", den sie in Tel Aviv als Weltpremiere aufführt, beschwört eine düstere Zukunft mit zerstörten Städten. „Wake up", steht am Ende an der Wand: Wacht auf.

Die 60-Jährige kann ihn auf dieser Bühne einem weltweiten Millionenpublikum präsentieren. Und die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalter muss nicht bezahlen für den mehr als eine Million Euro teuren Auftritt der Pop-Königin. Denn die Kosten hat der israelisch-kanadische Geschäftsmann Sylvan Adams übernommen. "Ein Gewinn für alle Beteiligten", sagt ein EBU-Sprecher lächelnd. Doch beim Publikum sorgt der Auftritt der Amerikanerin, die eine Augenklappe trägt, nicht für die erwartete Begeisterung. Einige Rezensenten des ESC werten den Auftritt sogar als Tiefpunkt ihrer Karriere, "vielleicht sogar den Endpunkt".

In Madonnas anderem Song, dem 1989 erschienenen Hit "Like A Prayer", geht es um religiöse Inhalte. Das Video hatte vor 30 Jahren wegen brennender Kreuze und sexuell aufgeladener Szenen einen Skandal ausgelöst. 30 Jahre sorgt das Lied für keinen Skandal mehr, dafür für Belustigung:

Politische Botschaften in Israel

Für Misstöne in der Show sorgte auch die isländische Musik- und Performance-Gruppe Hatari. Für Buhrufe in der Halle sorgte, dass die Gruppe bei der Bekanntgabe ihres Punkteergebnisses Banner mit der Aufschrift "Palestine" (Palästina) hochhielt.

Von den europaweiten Fernsehzuschauern gab es null Punkte für den deutschen Beitrag, was Moderatorin Bar Refaeli beim Vorlesen leidtat: "I'm sorry". Beim Jurydurchlauf waren nur 32 Punkte zusammengekommen. Zum Vergleich: Sieger Niederlande hatte am Ende 492 Punkte.

Die Jury-Punkte aus Deutschland gab zum fünften Mal Barbara Schöneberger bekannt. Sie war live von der ESC-Party auf der Hamburger Reeperbahn zugeschaltet.

Deutschland hat bisher zweimal den ESC gewonnen: 2010 mit Lena ("Satellite") und 1982 mit Nicole ("Ein bisschen Frieden"). Den ESC gibt es seit 1956.

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