Petition gegen 46-Jährige : Warum Heidi Klum Schwule und Lesben gegen sich aufbringt

Heidi Klum wird ab Winter die neue Reality-Show 'Queen of Drags' moderieren.
Heidi Klum wird ab Winter die neue Reality-Show "Queen of Drags" moderieren.

Heidi Klum soll im Winter die neue TV-Show "Queen of Drags" moderieren. Dafür gibt es scharfe Kritik.

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01. Juli 2019, 14:59 Uhr

Berlin | ProSieben will sich mit einer neuen TV-Show der schwulen und queeren Kultur öffnen – und setzt dafür auf Heidi Klum als Moderatorin. Für die Entscheidung erhält der Sender jetzt ordentlich Gegenwind. Auch Kabarettistin Désirée Nick teilt ordentlich gegen das Model aus.

Worum geht es? Am Mittwoch kündigte ProSieben an, eine neue Reality-Show zu produzieren, die im Winter ausgestrahlt werden soll. In "Queen of Drags" sollen zehn Dragqueens in eine Villa einziehen. "Germany's Next Topmodel"-Chefin Heidi Klum moderiert, an ihrer Seite sollen Bill Kaulitz und Conchita Wurst stehen. Jede Woche gibt es Aufgaben, am Ende bleibt die "Queen of Drags" als Siegerin übrig.

"Keine sichtbare Verbindung zur Drag-Community"

Bei vielen in der queeren Szene, in der die US-Showreihe "RuPaul's Drag Race" sich großer Beliebtheit erfreut, die auch bei Netflix zu sehen ist, stößt die ProSieben-Ankündigung auf Entsetzen.

In einer Online-Petition der Berliner Szenegrößen Ryan Stecken und Margot Schlönzke, die einige hundert Menschen unterschrieben haben, heißt es: "Wir sehen es als problematisch an, dass eine heteronormative weiße Frau, die bisher keinerlei nennenswerte sichtbare Verbindung zur Drag-Community hatte und bisher auch nicht das Leben einer Drag gelebt hat, nun der deutschen Version der wahrscheinlich erfolgreichsten queeren Sendereihe vorsitzen soll und damit Geld verdienen wird. Dies geht unserer Ansicht nach über eine "kulturelle Aneignung" hinaus, wir sehen dies als kulturellen Missbrauch!"

Von den Initiatoren der Petition ist in sozialen Netzwerken zu lesen, dass es viele Alternativen zu Heidi Klum geben würde, etwa Promis wie Guido Maria Kretschmar, Ralph Morgenstern, Lilo Wanders, Hella von Sinnen, Harald Glööckler oder Désirée Nick.

Nick bezeichnet Klum als "ausgemustertes Katalog-Modell"

Letztere äußerte gegenüber der Bild-Zeitung heftige Kritik an Heidi Klum. „Heidi Klum hat TV-Verbot verdient – schon lange! Sie hat das Hirn junger Mädchen mit ihrer Humorlosigkeit schon mit ,GNTM‘ vergiftet. Sie ist uninspiriert, es wird nur nachgeäfft, kein Esprit, kein Humor, kein Hirn, kein Witz. Sie ist weder Dame noch Lady, sondern einfach nur ein ausgemustertes Katalog-Modell."

Hält nichts von Heidi Klum:Entertainerin Désirée. Foto: Britta Pedersen/dpa
Britta Pedersen/dpa
Hält nichts von Heidi Klum:Entertainerin Désirée. Foto: Britta Pedersen/dpa

Die 62-Jährige weiter: "Ich habe eine queere Seele. Heidi K. besitzt diese Kompetenz nicht. Wenn die K. eine Draq-Queen-Show moderieren darf, dann will ich einen Vertrag als Fußball-Expertin – und die WM präsentieren." ProSieben solle die Besetzung der Jury ändern. Fast jede Drag würde mehr Kompetenz mitbringen.

Nicht nur Kritiker

Unterstützung für Klum kommt derweil von Olivia Jones, einer der bekanntesten Dragqueens Deutschlands, die nach eigenen Angaben auch selber in dem Format auftauchen wird.

Drag-Queen Olivia Jones hält zu Heidi Klum. Foto: imago images / APress
via www.imago-images.de
Drag-Queen Olivia Jones hält zu Heidi Klum. Foto: imago images / APress

Auf ihrer Website schrieb Jones: "Damit bekommen Drag Queens in Deutschland erstmals bei einem großen deutschen TV-Sender eine eigene Prime Time Show." Den Durchbruch habe am Ende Heidi Klum gebracht, in dem sie bei "Germany's Next Topmodel" den Mut gehabt habe, Dragqueens eine Plattform zu geben und in dem sie sich danach für ein eigenes Dragqueen-Format stark gemacht habe. "Endlich können auch deutsche Drags mal allen zeigen, dass sie sich hinter ihren amerikanischen Kolleginnen nicht verstecken müssen und wir eine unglaublich vielfältige Szene haben."

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