Im ARD-Magazin "Kontraste" : Entsetzen über Aussagen von Pegida-Demonstranten zum Mord an Walter Lübcke

Ein ARD-Reporterteam hat Pegida-Demonstranten zu ihrer Meinung zum Mord an Walter Lübcke befragt. Die Aussagen sind teils skandalös. Foto: dpa/Oliver Killig
Ein ARD-Reporterteam hat Pegida-Demonstranten zu ihrer Meinung zum Mord an Walter Lübcke befragt. Die Aussagen sind teils skandalös. Foto: dpa/Oliver Killig

Es sind schockierende Aussagen, die ein ARD-Reporterteam auf einer Pegida-Demonstration eingefangen hat.

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05. Juli 2019, 06:16 Uhr

Berlin | Politiker mehrerer Parteien haben sich entsetzt gezeigt über Aussagen von Demonstranten einer Pegida-Demonstration zum Mord an dem Kasseler CDU-Politiker Walter Lübcke. Reporter des ARD-Magazins "Kontraste" hatten am Rande einer Kundgebung des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses am Montag in Dresden nach ihrer Ansicht zum Mord an Lübcke gefragt. Der Beitrag war am Donnerstagabend ausgestrahlt worden.

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Im Vergleich zur linksextremen Gefahr sei ein Mord, "alle zwei, drei Jahre, aus irgendwelchen Hass-Gründen, relativ normal" lautete die Antwort eines Befragten. Ein anderer sagte auf die Frage, ob Mord eine menschliche Reaktion sei: "Ja, wie es in den Wald hinein gerufen wird, so schallt's wieder raus."

(Weiterlesen: "Hart aber fair"-Sendung wird für ARD zum PR-Gau)

Auch der Pegida-Gründer Lutz Bachmann wurde nach dem Mord an Walter Lübcke gefragt. Er wich den Fragen aus:

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Empörung, Entsetzen, Erschaudern

Auf Twitter zeigten sich viele Nutzer empört über die Aussagen, darunter auch mehrere Politiker. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet schrieb in dem sozialen Netzwerk: "In was für Zeiten leben wir, in denen vor laufender Kamera offen ein Mord gutgeheißen wird?" Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende fügte hinzu: "Man erschaudert vor diesen Abgründen." Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz meinte auf Twitter zu der Kurzversion des "Kontraste"-Beitrags: "Eine Minute, in der es einem kalt den Rücken runter läuft." (Weiterlesen: Rassismus-Skandal in der ARD? Studiogast zeigt umstrittene Geste)

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach twitterte: "Die #Pegida Leute können einem wirklich Angst machen. Menschen, die über einen ermordeten demokratischen Politiker wie #Lübcke schadenfroh Spott absondern, sind zu allem fähig."

Twitter-Nutzer fordern strafrechtliche Konsequenzen

Besonders im Sozialen Netzwerk Twitter wurde der Beitrag diskutiert. Viele Nutzer sehen in den Aussagen Verstöße gegen deutsches Recht und fordern Konsequenzen. Twitter-Nutzer Sascha Kersken richtet sein Wort an das Innenministerium und den Verfassungsschutz: "Brauchen Sie noch mehr Material, um unverzüglich ein Verbot der terroristischen Vereinigungen #Pegida und #AfD zu erwirken? Warten Sie auf weitere Morde aus dem Umfeld? Wollen Teile der CDU immer noch mit der AfD koalieren?"

Der Nutzer Joachim Rimer fordert das Verbot von Pegida und der AfD: "Das Billigen einer Straftat nach § 140 StGB setzt eine aus sich heraus verständliche unzweifelhafte Kundgabe der Zustimmung in der Weise voraus, dass der Äußernde sich moralisch hinter die Straftat stellt. Verbietet die rechtsextreme #AFD und rechtsextreme #Pegida".

Der Mord an Walter Lübcke

Der Kasseler Regierungspräsident Lübcke war am 2. Juni erschossen worden. Unter Verdacht steht der 45-jährige Stephan E. aus Kassel. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Stephan E. hatte nach Angaben des Generalbundesanwalts Peter Frank zunächst gestanden, Lübcke getötet zu haben; später widerrief er sein Geständnis. (Lesen Sie alle Entwicklungen zum Mordfall Walter Lübcke in unserer Chronologie)

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