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Oscar : Zwischen Wall Street und Weltraum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hollywood-Stars wie Meryl Streep und Brad Pitt haben Chancen auf einen Oscar. Das Rennen um den goldenen Mann dürfte spannend werden.

Wer wird diesmal Gold holen: Ein brutales Sklavendrama, ein Überlebens-Thriller im Weltraum, ein dreistündiges Epos über Betrug, Geiz und Exzesse an der Wall Street oder eine Kriminalgroteske über gewiefte Kleinbetrüger und gefährliche Mafiabosse? Steve McQueens „12 Years a Slave“, Alfonso Cuaróns „Gravity“, Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“ und „American Hustle“ von David O. Russell sind in diesem Jahr unter den Oscar-Kandidaten für den „Besten Film“.

Der Goldregen könnte aber auch auf kleinere Independent-Produktionen niedergehen. Das Roadmovie „Nebraska“, die schräge Tragikomödie „Her“, das Sozialdrama „Philomena“ und der Aids-Film „Dallas Buyers Club“ wurden am Donnerstag von den über 6000 Mitgliedern der Oscar-Akademie ebenfalls in der Königskategorie nominiert. Es ist ein spannendes Jahr.

Nur für Deutschland ist es eher eine Pleite. Das Stasi-Drama „Zwei Leben“ von Georg Maas hatte sich in die Vorrunde mit neun Kandidaten für den Auslands-Oscar hochgekämpft, doch am Ende reichte es nicht für einen Platz unter den Top Five. Auch Daniel Brühls (35) rasanter Höhenflug in Hollywood wurde gestern gebremst. Nach der Golden-Globe-Nominierung für seine Rennfahrer-Rolle als Niki Lauda in „Rush - Alles für den Sieg“ wäre eine Oscar-Nominierung die Krönung gewesen.

Ein kleiner Trost für Deutschland: Der in Heidelberg geborene deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender schaffte es mit seiner Nebenrolle als brutaler Gutsbesitzer in dem Sklavendrama „12 Years a Slave“ in das Oscar-Rennen. Die deutschen Hoffnungen ruhen auch auf den Regisseuren Max Lang und Jan Lachauer. Sie könnten in der Sparte „Animierter Kurzfilm“ mit ihrem Zeichentrickfilm „Room on the Broom“ Gold holen.

Oscar-Geschichte könnte der britische Regisseur Steve McQueen mit seinem berührenden Sklavendrama „12 Years a Slave“ schreiben. Er wäre der erste Schwarze, der eine Regie-Trophäe gewinnt. Bisher gab es auch noch keinen Sieger in der Sparte „Bester Film“, der von einem schwarzen Regisseur inszeniert wurde. „12 Years a Slave“ hätte beide Trophäen verdient. Auch Hollywood-Star Brad Pitt als Produzent dieses Werks könnte erstmals einen Oscar entgegennehmen.

Meryl Streep baute ihren Nominierungs-Rekord mit der Rolle einer tablettensüchtigen Matriarchin in „Im August in Osage County“ weiter aus. Zum 18. Mal kann sie auf einen Oscar hoffen, drei Goldjungen hat sie bereits. Zuletzt gewann sie 2012 für „Die Eiserne Lady“. Mit 77 Jahren steht auch der Hollywood-Veteran Bruce Dern noch einmal im Rampenlicht. In „Nebraska“ glänzt er in der Rolle eines verwirrten Familienvaters, der einen vermeintlichen Millionengewinn persönlich abholen will. Der beim Filmfeste Cannes zum besten Schauspieler gekürte Dern war zuletzt 1979 für den Vietnam-Veteranen-Film „Coming Home“ für einen Oscar nominiert gewesen.

Bei der Oscar-Verleihung am 2. März dürfte es spannend, aber auch entspannt zugehen. Die Akademie setzt in diesem Jahr auf die beliebte Talkshow-Queen Ellen DeGeneres als Oscar-Moderatorin. Sie löst Seth MacFarlane, den Schöpfer der bissigen TV-Cartoon-Serie „Family Guy“, ab, der sich mit seinem beleidigenden Humor im vorigen Jahr Kritik eingehandelt hatte.

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