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Film : Zwei Männer treffen sich…

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Film in Schweden erzählt die Geschichte vom „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand“

Sagenhafte rund hundert Wochen stand der schwedische Romanerfolg „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ an der Spitze der Bestsellerlisten. Jetzt erzählt ein Film die Geschichte von Allan Karlsson (gespielt vom Schweden Robert Gustafsson), einem autodidaktischen Sprengstoffexperten, der von seinen Begegnungen mit den Staatsmännern des 20. Jahrhunderts – von Spaniens Diktator Franco bis hin zu US-Präsident Ronald Reagan – berichtet. „Der Hundertjährige“ ist ein Roadmovie mit Wohlfühl-Charakter, Forrest-Gump-haften Rückblenden und einer großen Portion Zündstoff.

Im Alter von fast 100 Jahren entscheidet Karlsson, dass er nicht an den geplanten Feierlichkeiten zu seinem anstehenden runden Geburtstag teilnehmen will und verschwindet unerwartet aus dem Pflegeheim in einer kleinen schwedischen Stadt, in dem er untergebracht ist – daher rührt der Titel von Film und Buch.

Sein Verschwinden löst eine aufgeregte Suche aus, während Karlsson über einen Koffer mit Geld stolpert und in der Folge von einer kriminellen Bande gejagt wird, die von einem Gangster auf der indonesischen Insel Bali angeheuert wurde.

Weitere Zutaten in der verdrehten, schrulligen Handlung sind ein Elefant und eine Reihe von Menschen, mit denen sich der bescheidene, entspannte Karlsson anfreundet, den die erstaunlichen Ereignisse, die er erlebt, kaum zu verstören oder aus der Ruhe zu bringen scheinen. Eine von seinen Begegnungen ist Julius Jonsson, gespielt von dem Schauspieler Iwar Wiklander.

„Es ist irgendwie ein Roadmovie: Zwei Männer treffen sich, sie haben ein Problem und versuchen, es zu lösen“, sagt Wiklander über den Film, und ergänzt, seine Rolle sei „wundervoll zu spielen“ gewesen. Die Figur Johnsson genießt seine Drinks jedenfalls genauso sehr wie Karlsson, der in seinem langen Leben etwa mit Franco, Stalin und Harry S. Truman Bekanntschaft gemacht und Wein, Wodka und Tequila getrunken hat.

Regisseur Felix Herngren, der das Drehbuch mitgeschrieben hat, sagt, er habe Begebenheiten auslassen müssen, die Jonas Jonasson in seinem Roman schildere, um die Handlung in einen Film pressen zu können. „Es war eine Herausforderung, den Film zu machen, und dafür zu sorgen, dass diejenigen, die das Buch gelesen haben und lieben, ihn mögen“, sagt Herngren. Bei der Premiere des Films in Stockholm war der Regisseur deshalb auch „wirklich nervös“.

Hauptdarsteller Gustafsson sei seine erste Wahl für den Part des Allan Karlsson gewesen, sagt Herngren – aus dem einfachen Grund, dass er einen Schauspieler brauchte, der den Protagonisten vom zarten Alter von 20 bis zum Greisenalter von 100 Jahren spielen konnte.

Diese Herausforderung gefiel Gustafsson. Eine Zweikilo-Silikonmaske tragen zu müssen, habe allerdings auch seine Nachteile gehabt. Im schwedischen Fernsehen erzählte Gustafsson, es habe fünf Stunden am Tag gedauert, die Maske aufzutragen. Insgesamt schätzt er, habe er achteinhalb Tage im Make-Up-Stuhl verbracht.

Jonasson war im Stockholmer Kino Rigoletto nicht dabei. Er sagte wegen Rückenschmerzen kurzfristig ab. Laut Herngren mag er die Filmadaption seines Bestsellers aber.

Die Geschichte vom „Hundertjährigen“ kommt Mitte März in die deutschen Kinos. Die Erwartungen sind hoch, das Buch wurde in Deutschland mehr als 2,3 Millionen Mal verkauft.

Der neueste Roman des Schweden Jonasson, „Die Analphabetin, die rechnen konnte“, ist ebenso verheißungsvoll gestartet. Nach der Veröffentlichung in Deutschland am 15. November war das Buch auf Anhieb in den Bestsellerlisten.


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