Reaktion auf Til Schweiger-Tatort : „Zum Himmel stinkendes Eigenlob“

Til Schweiger hat sich mal wieder keine Freunde gemacht.
Til Schweiger hat sich mal wieder keine Freunde gemacht.

Til Schweiger schießt gegen „Tatort“-Kollegen und feiert seinen eigenen Regisseur – die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten

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04. Januar 2016, 20:55 Uhr

Til Schweiger empört sich nachts im Internet auf Facebook – am Morgen danach dürfte seine Laune wenig besser gewesen sein: Nur 7,69 Millionen Zuschauer wollten den vierten Teil seiner „Tatort“-Saga sehen. Dabei kam der „Bergdoktor“ im ZDF dem schieß- und prügelwütigen ARD-Kommissar gefährlich nahe: Beachtliche 7,04 Millionen Zuschauer entschieden sich für die Geschichten am Wilden Kaiser in Tirol und gegen Alarm und Action an der Elbe. Für Schweigers Einsätze als Nick Tschiller ging es in Sachen Quote stetig bergab. Bei seinem Debüt 2013 schalteten 12,57 Millionen Menschen ein. Für die zweite Folge im Jahr darauf interessierten sich noch 10,1 Millionen Zuschauer für Schweiger/Tschiller. Nach 8,24 Millionen beim Auftakt zur Doppelfolge am Neujahrsabend konnten sich nicht mehr so viele für sein „Fegefeuer“ am Sonntagabend erwärmen. Schweiger stellte diese Nachricht mit einer eigenen Mitteilung gestern fast in den Schatten.

Bei Facebook veröffentlichte der 52-Jährige eine Art Verehrerbrief an den Regisseur der Tschiller-„Tatorte“, Christian Alvart. Darin attestiert Schweiger ihm, mit der jüngsten Folge „ein Stück deutsche Fernsehgeschichte“ geschaffen zu haben: „Kompromisslos, atemlos, viril, phantastisch für das schmale Geld.....“ Und: „Ich, Til Schweiger, feier dich jetzt mal richtig derbe ab!!!“ Allein dies hätte ihm wohl schon zahlreiche wütende Kommentare eingebracht, in denen von „Selbstbeweihräucherung“ und „zum Himmel stinkenden Eigenlob“ die Rede war. Doch dann schoss der streitbare Schauspieler, dessen direkte Worte schon häufiger Schlagzeilen auslösten, im selben Eintrag auch noch gegen „Tatort“-Kollegen – und die Facebook-Gemeinde schoss zurück. „...andere verschwenden das Budget für zwei moppelige Kommissare, die ’ne Currywurst verspeisen, oder ein Bier vor einem bayrischen Imbiss zocken“, schrieb Schweiger. Das sei „erbärmlich“, „unsympathisch“ und „großkotzig“ schrieben ihm Facebook-Freunde oder -Feinde verärgert zurück.

Auch den Verfassern negativer Kritiken widmete sich Schweiger in seiner nächtlichen Nachricht an Alvart: „Wenn sie ehrlich wären, würden sie zugeben, dass du was aussergewöhnliches geschaffen hast!! Das kriegen sie aber nicht hin, weil sie schwach und klein sind!“ Er, Schweiger, habe viel mehr Ahnung von Filmkunst als die meisten „Trottel“, die darüber schrieben. Dabei hatte es neben vielen negativen Reaktionen etwa auf Twitter und Facebook durchaus positive Kritiken auf die Doppelfolge gegeben, er selbst postete gestern Morgen einen Beleg dafür: Die „Frankfurter Neue Presse“ etwa lobte in ihrer Onlineausgabe die „starke Fortsetzung“. „Es sind bewusste Gegen-Veranstaltungen zu den rührigen Gesellschafts- und Psychokrimis, für die das ARD-Flaggschiff sonst steht“, schrieb das „Hamburger Abendblatt“ online über den jüngsten „Tatort“ aus der Hansestadt.

Von einem „gewagten Spiel mit der Realität“ sprach „faz. net“ angesichts der Geiselnahme im „Tagesschau“-Studio, mit der der jüngste Tschiller-Film begann. Wäre es nach den ursprünglichen Plänen gegangen, wäre die Anfangsszene noch ganz anders verlaufen: Die „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers sollte noch vor dem „Tatort“-Vorspann als Geisel genommen werden. „Nach den Anschlägen und der Geiselnahme von Paris war diese Idee jedoch nicht mehr vertretbar“, betonte der NDR.

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