EU schafft Geoblocking ab : Wunschfilm auch am Urlaubsstrand

Das Internet bietet eine schier unendliche Filmauswahl.
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Das Internet bietet eine schier unendliche Filmauswahl.

Netflix & Co bald überall empfangbar

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18. Mai 2017, 21:00 Uhr

Das Bundesliga-Abo im Bezahlfernsehen auch im Urlaub nutzen, das Abonnement der Film-Datenbank sogar am Strand abrufen – all das war in Europa bisher kaum oder gar nicht möglich. Denn das Urheberrecht endet an den Grenzen. Ab 2018 fallen diese Beschränkungen weg. Das hat das Europäische Parlament gestern beschlossen. Hier die wichtigsten Hintergründe zu der Neuregelung von Detlef Drewes.

Welche Online-Inhalte sind denn künftig in ganz Europa nutzbar?
Es geht um bezahlte Abonnements von Filmen und Videos oder Musik – also Angebote, wie sie von Netflix, Maxdome, Amazon prime oder iTunes angeboten werden. Auch Kunden von Pay-TV-Anbietern wie Sky Go profitieren von den neuen Möglichkeiten. Ausgeklammert sind lediglich die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender und ihrer Medien-Datenbanken. Den „Tatort“ wird man am Strand von Mallorca auch künftig nicht sehen können.

Welchen Sinn haben diese Beschränkungen?
Im Hintergrund steht das Urheberrecht. Die Lizenzen für Filme und Produktionen müssen für jedes Land extra erworben werden. Das ist ein großes Geschäft. Deshalb haben auch große Marktteilnehmer wie die Hollywood-Studios die Verordnung massiv bekämpft. Nun benutzt man einen Kniff, den das Netz möglich macht: Die Bindung an das Heimatland wird aufgehoben, der Vertrag darf somit auch im EU-Ausland genutzt werden.

Wie können die Anbieter das feststellen?
Die meisten Unternehmen nutzen das sogenannte Geoblocking-Verfahren. Aus der IP-Adresse des Computers, die bei der Einwahl ins Internet vergeben wird, lässt sich erkennen, wo sich der Nutzer aufhält. Derzeit können Angebote gestoppt werden, wenn sich der User nicht im eigenen Land, für das er ein Abonnement angeschlossen hat, bewegt.

Künftig dürfen die Anbieter zum Beispiel über die Telefonrechnung, die Steuererklärung, den Ausweis oder die IP-Adresse verifizieren, ob der Verbraucher zu Hause ein Abonnement abgeschlossen und bezahlt hat und somit berechtigt ist, auf das Angebot zuzugreifen. Um Bewegungsprofile zu verhindern, dürfen aber nur zwei dieser Möglichkeiten genutzt werden.

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