Interview : Wehmut bei den Rocklegenden

Karat (Foto), City und die Puhdys gehören zu den Rocklegenden Deutschlands und sind derzeit auf Tour.
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Karat (Foto), City und die Puhdys gehören zu den Rocklegenden Deutschlands und sind derzeit auf Tour.

Am 24. Juni endet die letzte gemeinsame Tour von City, Karat und den Puhdys. Insgesamt 24 Konzerte in Ost- und Westdeutschland schließen eine Ära ab.

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14. Juni 2016, 10:22 Uhr

Drei Ostrock-Bands zusammen auf Rocklegenden-Tour: Und das vermutlich zum letzten Mal, denn die Puhdys gaben Anfang des Jahres ihren Rücktritt bekannt. Claudius Dreilich von Karat zieht kurz vor dem Finale im Interview ein Fazit.

Wie entstand die Idee zu einer Rocklegenden-Tour?
Claudius Dreilich: Wir haben vor zwei Jahren schon mal eine Tour mit City und den Puhdys gemacht. Die war so erfolgreich, dass wir beschlossen, sie muss wiederholt werden. Insgesamt kommen wir auf 24 ausverkaufte Konzerte in ganz Deutschland.

Sie sind in Schwerin gestartet und haben auch in Rostock Halt gemacht. Wie haben Sie das Publikum im Nordosten wahrgenommen?
Ich kann da keine regionalen Unterschiede machen. Grundsätzlich sind unsere Fans euphorisch. Natürlich spüren wir, dass einige Fans mit uns und unserer Musik aufgewachsen sind. Da ist eine andere Verbundenheit da, als bei den Fans der alten Bundesländer. Das wurde erst kürzlich beim Auftritt in Rostock wieder deutlich, der war klasse.

Was war die größte Herausforderung auf der Tour?
Für uns war der Aufritt auf der Berliner Waldbühne etwas Besonderes. Das ist für uns die legendärste Bühne in ganz Europa. Die zu rocken, war für uns alle emotional, denn da spielten unsere „Heroes“, ob das die Stones oder Paul McCartney sind.

Es ist Ihre letzte gemeinsame Tour mit den Puhdys. Bedeutet das auch das Ende der Rocklegenden?
Inwiefern die Entscheidung der Puhdys auch die Rocklegenden betrifft, wissen wir noch nicht genau. Uns macht das Projekt unglaublich Spaß, deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass City und Karat irgendwann weitermachen.

Haben Sie etwas Besonderes für das große Finale in Schwarzenberg geplant?
Nein. Aber es wird bestimmt Wehmut auf der Bühne aufkommen, weil die gemeinsame Zeit sehr intensiv war.

Danach werden sie am Montag auf der Kieler Woche auftreten. Hier steht Segelsport im Vordergrund. Ist das was für Sie?
Mir sind Motorboote lieber. Ich habe zwar kein eigenes, aber glücklicherweise viele Freunde mit Boot. Deshalb versuche ich, so viel Zeit wie möglich auf dem Wasser zu verbringen. Das passt ganz gut, denn ich wohne nur fünf Minuten vom Berliner Müggelsee entfernt.

Zu Zeiten der DDR waren die Texte eher noch verschlüsselt wie in „Albatros“ oder „Der Blaue Planet“. Sind Ihre Botschaften heute direkter?
Wir haben immer schon mit Metaphern, Symbolen oder Bildern gearbeitet. Lyrische Textpassagen gehören auch heute noch zu Karat. Heute arbeiten wir mit weniger Druck, da die politische Zensur wegfällt. Dennoch würde ich nicht sagen, dass sich unsere Texte verändert haben.

Wie sehen ihre Pläne für 2016 aus?
Ich möchte noch nicht so viel verraten, aber wir arbeiten gerade an einem neuen Album. Produziert wird es wieder in Berlin mit Ingo Politz. Wir haben viele tolle Freunde gefunden, die mit uns an der Platte arbeiten.

 

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