Grösstes Metal Festival : Wacken erwackt wieder

Was fehlt garantiert nicht in Wacken? Gute Stimmung bei jedem Wetter.
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Was fehlt garantiert nicht in Wacken? Gute Stimmung bei jedem Wetter.

Noch bevor das größte Heavy-Metal-Festival der Welt offiziell beginnt, herrscht im Dörfchen Wacken der Ausnahmezustand

svz.de von
29. Juli 2015, 21:00 Uhr

Ein Traktor mit Wacken-Fahne auf dem Dach fährt über eine Kreuzung, ein Junge hebt die Hand zum Metal-Gruß, der „Pommesgabel“. Es ist schlammig, matschig, immer wieder regnet es in Strömen.

Das 26. Wacken Open Air ist offiziell noch nicht einmal eröffnet, aber das beschauliche Dorf in Schleswig-Holstein erwacht. Laute Metal-Töne dröhnen über die Dorfstraße. Vor der Bäckerei, dem Postamt, an jeder Straßenecke des kleinen Ortes sammeln sich die ersten Fans. Bis zum Start des weltgrößten Heavy-Metal-Festivals morgen werden rund 75 000 Fans erwartet. Wacken wird zum Nabel der Welt – zumindest für die Heavy-Metal-Szene.

Schwarze Haare, Wacken-T-Shirt und eine Bierdose: Die Freundinnen Annette Maisenbacher und Daniela Kraus warten auf einer Bierbank neben dem Supermarkt auf ihre Freunde. Sie sind bereits zum zweiten Mal in Wacken. Für das Festival hat sich die Bürokauffrau Urlaub genommen. Bereits Tage vor Festivalbeginn reiste sie an. Über Facebook hat sie sich einer Gruppe Fans angeschlossen, mit der sie in den nächsten Tagen auf dem 240 Hektar großen Acker zelten will. „Der Regen macht mir keinen Strich durch die Rechnung“, sagt sie. „Der macht das Extra-Feeling aus.“ Acht Stunden im Zug waren auch drei Schweizer Studenten aus dem Kanton Aargau unterwegs. Mit einem Einkaufswagen, drei Paletten Bier und Grillutensilien laufen sie die Dorfstraße entlang. Auf dem Zeltplatz wollen sie sich in den nächsten Tagen häuslich einrichten: „Schlamm, Regen, Matsch, wir wollen es einfach gemütlich haben“, sagt der 20-jährige Fabian Nöthiger. Ihr Zelt konnten sie schon am Dienstag aufbauen. Das Festivalgelände dagegen ist erst mit der inoffiziellen Eröffnung durch die Wackener Blasmusikkapelle „Firefighters“ am gestrigen Abend zugänglich.

Die Wackener bereiten sich auf den Ansturm der Gäste vor. „Duschen, Sitzgelegenheit, Fassbier“ bieten manche Einwohner auf Schildern an. Kinder warten mit Bollerwagen, um den schwarz gekleideten Gästen gegen einen Obolus das Bier zum Zeltplatz zu bringen. An der Ortseinfahrt zieht der Zoll immer wieder Gäste heraus und untersucht Fahrzeuge auf Drogen. „Wackeeeeen“ grölt eine Gruppe Jugendlicher über die Dorfstraße.  Der Rentner Karl-Heinz Buthmann (78) springt auf und grölt mit. Wenn es nach ihm geht, könnte das Festival ein ganzes Jahr dauern: „Ich finde das fantastisch hier.“

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