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Krimi : Very British und etwas schräg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erster Roman von Martha Grimes dient als Vorlage: Fritz Karl spielt Inspektor Jury in dem ZDF-Krimi „Der Tote im Pub“

Am Montag präsentiert das ZDF in der Reihe „Der Fernsehfilm der Woche“ den Krimi „Der Tote im Pub“, der nach dem Roman „Inspektor Jury schläft außer Haus“ von Martha Grimes entstand. Als Inspektor Jury ermittelt Fritz Karl (20.15 Uhr). Der smarte Schauspieler ist im Moment gut im Geschäft. Kürzlich war er im ZDF-Krimi „Unter Verdacht“ mit Senta Berger und Ben Becker zu sehen, in der ARD-Familienkomödie „Plötzlich Onkel“ spielte er mit seiner Lebensgefährtin Elena Uhlig.

Fritz Karl liebt die Abwechslung und insbesondere vielschichtige Charaktere, bei denen keine eindeutige Zuordnung in Gut oder Böse möglich ist. „Da bleibt die Arbeit auch für den Schauspieler interessant“, erklärt der Mime mit dem Lockenschopf, der ein erklärter Sportfan ist. „Laufen ist die beste Möglichkeit, um fit zu bleiben und auch den Kopf frei zu bekommen. Im Winter fahre ich dann Ski. Wenn ich meine Söhne in der Früh in den Kindergarten gebracht habe, sitze ich zehn Minuten später in der Gondel auf unseren Hausberg, den Feuerkogel. Wenn ich da drei- oder viermal runtergefahren bin, weiß ich auch, was ich gemacht habe.“ Erstaunen erregte er 2006, als er bei der Show „Stars in der Manege“ mit Shaolin-Mönchen auftrat. In einer riskanten Nummer sprang er sogar durch die Mitte eines schwertgespickten Reifens.

Der Österreicher, 1967 in Gmunden geboren, absolvierte eine Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben, besuchte ein Jahr lang das Max-Reinhardt-Seminar in Wien und sammelte dann an verschiedenen Wiener Theaterbühnen Erfahrung. 1988 entdeckte das deutsche Fernsehen den Schauspieler.

In dem Krimi „Inspektor Jury – Der Tote im Pub“ hat er eine spannende Paraderolle erwischt. Richard Jury ist Scotland Yards bester Mann, der bei besonders kniffligen Fällen zum Einsatz kommt. Gerade wurde der idyllische Ort Long Piddleton im Südwesten Englands von einem bizarren Mord erschüttert. Jury, begleitet von seinem Assistenten Sergeant Wiggins, begibt sich an den Tatort. Kaum sind die beiden angekommen, geschieht ein zweiter Mord. Opfer ist wieder ein unbekannter Mann, der im Ort zu Besuch war.

In dem beschaulichen Nest lebt Melrose Plant. Der Adlige genießt die ungewohnte Unruhe. Voller Enthusiasmus bietet er Jury seine Hilfe an. Der hält den intelligenten Melrose Plant zunächst für einen besserwisserischen Schnösel, freundet sich aber doch mit ihm an.

Alles deutet darauf hin, dass die Opfer jemanden erpresst haben. Der Täter ist wohl unter den Dorfbewohnern zu suchen. Die Halbschwestern Isabel und Vivian Rivington, der redselige Pfarrer Smith, der spöttische Dorfarzt Appleby und der schauspielernde Wirt Matchett geraten ins Visier der polizeilichen Ermittlungen. Dann geschieht ein weiterer Mord…

Martha Grimes, 1931 in Pittsburgh geboren, studierte Anglistik an der Universität von Maryland. Sie wurde mit ihren Kriminalromanen, die als Werke in bester englischer Krimi-Tradition gelten und häufig mit denen von Agatha Christie verglichen werden, weltberühmt. 1981 erschien der erste Roman mit dem englischen Ermittler: „Inspektor Jury schläft außer Haus“. Seither schrieb sie 22 Romane allein um diese Figur, fast jährlich ist ein neues Buch erschienen.

Der melancholische Einzelgänger Richard Jury, sein hypochondrischer Assistent Sergeant Wiggins und sein amüsanter adliger Freund Melrose Plant eroberten eine internationale Fangemeinde.

Dieser allererste Jury-Film, der in England gedreht wurde, lebt natürlich auch von den obligatorisch zahlreichen, mysteriösen Morden in einem malerischen Mikrokosmos und dem trockenen, etwas schrägen Humor. Vor allem aber sind es die schillernden, eigenwilligen Charaktere und die erstklassigen Schauspieler, allen voran Fritz Karl als Inspektor Jury und Götz Schubert als Melrose Plant, die der Krimiverfilmung den besonderen Charme verleihen. Weitere Filme mit Richard Jury sind nicht ausgeschlossen.




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