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Instrumentenbau in der DDR : Verspottete Qualität

vom
Aus der Onlineredaktion

Sammler- statt Massenware: Buch über Instrumentenbauer in der DDR geplant

Im Frühjahr 2020 soll es soweit sein: Das Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen (Vogtlandkreis) will zusammen mit einem Autorenteam ein Buch über die Gitarren der DDR-Marke „Musima“ veröffentlichen. Diesen Namen tragen die Instrumente aus dem ehemaligen „VEB Musikinstrumentenbau Markneukirchen“. Das Werk habe als einer der größten DDR-Betriebe für industriell gefertigte Streich- und Zupfinstrumente bisher zu wenig Beachtung gefunden, sagt Museumsleiterin Heidrun Eichler.

„Auch in unserem Museum sieht man bisher nichts zu diesem wichtigen Teil unseres früheren Instrumentenbaus. Die 'Musima'-Produkte wurden von vielen verkannt. Heute merken wir, dass hochwertige Sachen gebaut wurden“, betont sie. Mit dem Buch sollen Besitzer und Fans der „Musima“-Gitarren angesprochen werden.

14 Jahre nach der Insolvenz von „Musima“ haben der Journalist Thomas Fröhlich aus Stuttgart und drei weitere Autoren das Projekt in Angriff genommen. Er habe sich gewundert, dass es bisher keine einzige Monografie zur „Musima“ gibt, sagte der frühere Wirtschaftsredakteur der „Süddeutschen Zeitung“ bei der Projektvorstellung in Markneukirchen. „Auch hier im Musikinstrumenten-Museum liegen noch viele Unterlagen zur 'Musima', die gesichtet werden müssen“, ergänzte er.

Gespräche mit ehemaligen Angestellten des Werkes würden in den nächsten Monaten geführt. Das Buch will sich auf die Gitarren der „Musima“ konzentrieren. Fröhlich: „Für die besteht noch eine hohe Nachfrage, was sich an den Preisen ablesen lässt.“

In dem Buch sollen die Anfänge der „Musima“ in den frühen 50er Jahren, das Management, die Ausbildung, die Exportmärkte, die Wendezeit, die Insolvenz und das endgültige Aus 2003 beschrieben werden. In der „Musima“ arbeiteten zu Spitzenzeiten weit über tausend Menschen. Neben dem Hauptwerk in Markneukirchen gab es rund 40 Außenstellen. Die hergestellten Zupf- und Streichinstrumente wurden in 53 Länder exportiert. Heidrun Eichler sagt: „Damals wurden die Instrumente etwas verspottet. Einige meinten, die Gitarren seien Sperrholz. Dabei besaßen einige selbst ein 'Musima'-Produkt – nur unter anderem Namen.“

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