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Compilation-Reihe : «Too Slow to Disco Vol. 3»: Sonniges Lebensgefühl pur

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Sanfte Sonnenuntergänge, bunte Cocktails und eine laue Brise: Für diese entspannten Moment im Leben liefert die dritte Ausgabe von «Too Slow to Disco» den Soundtrack.

svz.de von
erstellt am 06.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Berlin (dpa) - Ein hoher Wiedererkennungswert der Songs ist nicht die Stärke von «Too Slow to Disco Vol. 3» (How Do You Are?/City Slang), aber das ist ja gerade der Clou bei diesem herrlichen dritten Teil der Compilation-Reihe.

Die neue CD kommt mit einem groovigen Mix aus lässigem Softrock und Funk der Siebziger und frühen Achtziger daher. Es sind eben gute Tunes, die fast keiner kennt.

Yacht Rock ist das Label für diese sanft klingende Musik, die einst verpönt war und nun wohl wegen des sonnigen Lebensgefühls eine kleine Wiedergeburt erlebt. Der Sound versprüht die Coolness der amerikanischen Westküste. Man denke an romantische Sonnenuntergänge, Jacuzzis mit Panoramablick oder eben Cocktails an der Reeling eines Luxusseglers.

Auf dieser Platte sammeln sich genauso viele vergessene Perlen und Obskuritäten der Popgeschichte wie auf den beiden vorherigen Werken. Tanzbare Sommerlieder sind sie alle und trotz der oft unbekannten Künstlernamen stecken manchmal auch die Mitglieder namhafter Bands wie Steely Dan, Fleetwood Mac und Grateful Dead dahinter.

Bei vielen Songs fragt man sich, warum diesen schmissigen Liedern kein Chart-Erfolg vergönnt wurde. Nun, das Musikgeschäft ist ja bekanntlich launisch. Man soll sich einfach freuen, dass solche Stücke mit geringem Halbzeitwert nicht in der Versenkung geblieben sind.

Die neue Runde folgt dem benutzerfreundlichen Format der beiden ersten Werke. Es gibt ein 16-seitiges Booklet über die Musiker und die handverlesenen Studiomusiker, die mitwirkten. Zeremonienmeister ist nach wie vor Marcus Liesenfeld alias DJ Supermarkt. Das Werk ist auch im Doppel-Vinyl-Format erhältlich.

Jeder findet seinen Lieblingssong: zu den besten gehören «Don't Let Me Fall» von Bob Welch und das astrologisch angehauchte «Whachersign» von Pratt & McClain. Rob Mehl's funkiges Lied «Taste and See» ist auch ein Highlight.

In den aufwendig produzierten Liedern geht es um schief gelaufene Liebesaffären und sonstige Daseinskrisen der ersten Yuppies. Diese CD ist ideal als Soundtrack zu einem Sommer, der vielerorts in Deutschland noch nicht so richtig begonnen hat, aber noch reichlich Potenzial in sich trägt.

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