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Die Pilgerin : Tilla wagt die Reise auf dem Jakobsweg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

TV-Zweiteiler „Die Pilgerin“ nach dem Roman von Iny Lorenz

Was fasziniert die Menschen heute so am Mittelalter? Sind es die beschwerlichen, oft gefährlichen Lebensumstände? Die geheimnisvollen Riten der Mächtigen, die Intrigen an den Fürstenhöfen, die Machenschaften der Kirchenfürsten? Noch immer scheint uns heute so vieles rätselhaft.

Iny Lorentz hat den Trend gut genutzt. Hinter dem Pseudonym für spannende historische Romane verbirgt sich das Ehepaar Elmar Wohlrath und Iny Klocke, die in der Nähe von München leben. Mit der „Wanderhure“ landeten sie 2003 den großen Bestseller, der ihren Ruhm begründete. Sat. 1 hat den Stoff erfolgreich verfilmt.

Nun erfreut das ZDF mit einer weiteren Romanverfilmung die Zuschauer: „Die Pilgerin“. Der gleichnamige Roman erschien 2007. Das Autorenduo war vom Thema insbesondere angetan, weil die Begeisterung, mit der die Menschen in der damaligen Zeit die Mühen einer solch beschwerlichen Pilgerreise auf sich genommen haben, sie sehr beeindruckt hat. „Aber auch der Austausch an Wissen und Kultur, der mit den Pilgerströmen einherging und der die Entwicklung Europas nachhaltig beeinflusst hat, ist bemerkenswert“, betont Iny Klocke. Sie haben gründlich recherchiert. „Wir sind den Jakobsweg zu einem großen Teil mit dem Auto abgefahren und haben uns etliche der Stellen, die im Roman vorkommen, genauer angesehen. Darüber hinaus haben wir uns in den zwei Jahren, in denen wir ,Die Pilgerin‘ geschrieben haben, jedes Buch über den Jakobsweg und das mittelalterliche Pilgerwesen besorgt, das wir bekommen konnten.“

Bei dem in Tschechien gedrehten Abenteuerstreifen um die Pilgerin Tilla führte Philipp Kadelbach Regie. Er hat auch den ZDF-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ inszeniert. „Die Pilgerin“ ist kein romantisierender Historienfilm, der auf ausgetretenen Pfaden wandelt. Stattdessen kommt der Zweiteiler eigenwillig daher, drängend, ungestüm, suchend nach der sinnlich wahrnehmbaren Lebenswirklichkeit jener Menschen.

Josefine Preuß spielt die Titelrolle der jungen Tilla aus der fiktiven Reichsstadt Tremmlingen, die als Mann verkleidet eine gefährliche Pilgerreise antritt, um den letzten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen – nämlich nach seinem Tod sein Herz nach Santiago de Compostela zu bringen.

„Das Reizvollste für mich war die Figur Tilla, eine gewagte Hosenrolle“, betont Josefine Preuß. Eine junge Frau muss sich in einer von Männern dominierten Welt als Junge verkleiden, um das größte Abenteuer ihres Lebens zu bestehen. „Ich habe zum ersten Mal in einem Film mitgewirkt, der in dieser Epoche spielt, dem dunklen und brutalen Mittelalter.“ Die Vorbereitung auf diese Rolle war vor allem eine sportliche Herausforderung. „Ich hatte zum Beispiel Reit- und Stunttraining und habe Bogenschießen gelernt. Aber die größte und schwierigste Vorbereitung bestand darin, mich von meinen langen Haaren zu trennen, um Tillas Verwandlung in Moritz auch äußerlich realistisch darstellen zu können.“

Als einziger weiblicher Schauspielerin erging es ihr im Darstellerensemble sehr gut: „Und ich hatte die kürzeste Maskenzeit, eine ganz neue Erfahrung für mich.“




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