Misston : Thomaskantor beklagt schwere Nachwuchssuche

Thomaskantor Gotthold Schwarz wünscht sich wieder mehr Gesang im privaten Bereich.
Thomaskantor Gotthold Schwarz wünscht sich wieder mehr Gesang im privaten Bereich.

Weil Singen und Vorlesen in der Familie kaum noch gepflegt würden, sind neue Sänger für den traditionsreichen Chor rar gesät.

svz.de von
15. August 2017, 15:11 Uhr

Der Kantor des weltberühmten Thomanerchors in Leipzig, Gotthold Schwarz, beobachtet einen Bedeutungsverlust der Musik im Alltag. «Was wir in der Gesellschaft im Allgemeinen beobachten, ist, dass in den Familien viel weniger oder zum Teil gar nicht mehr gesungen oder vorgelesen wird», sagte der 65-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Das Gefühl für Sprache und Sprachmelodie sei in der Gesellschaft etwas verkümmert. «Und so etwas spiegelt sich natürlich auch in der musikalischen Wahrnehmung eines jeden Knaben wider.» Guten Nachwuchs für die Thomaner zu finden, sei schwierig, sagte Schwarz.

In diesem Schuljahr sind 14 Viertklässler neu zu dem Ensemble gestoßen. Sie mussten sich zuvor einer Aufnahmeprüfung stellen. Die Jungen bleiben im Normalfall bis zum Abitur in dem Chor und besuchen solange gemeinsam die Thomasschule, die als älteste öffentliche Schule Deutschlands gilt. Sie leben ab der fünften Klasse zusammen im sogenannten Alumnat, dem Internat der Thomaner.

Homepage des Thomanerchors

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