«Wir Strebermigranten» : Sind Polen die besseren Deutschen?

Ihre Familie kam kurz vor der Wende aus Polen nach Deutschland. Trotz deutscher Staatsbürgerschaft taten sie alles, um als «deutsch» gesehen zu werden: Emilia Smechowskis veröffentlicht ihre Autobiografie.

svz.de von
05. September 2017, 14:14 Uhr

Zwei Millionen Polen leben in Deutschland. Damit sind sie die zweitstärkste Ausländergruppe. Doch selten ist von ihnen einmal die Rede. Polen sind so gut wie unsichtbar. Nach Meinung von Emilia Smechowski liegt das an ihrer Assimilationsfähigkeit.

«Wir Strebermigranten» hat sie deshalb ihre Autobiografie genannt. Die Journalistin wurde in Polen geboren und kam als Aussiedlerin mit ihrer Familie ein Jahr vor der Wende nach Deutschland. Sie waren «Premiumflüchtlinge» mit deutscher Staatsbürgerschaft. Die Familie will beweisen, dass sie ihr Glück verdient hat: «Wie machen es die Deutschen? So machen wir es auch.» Von Beginn an wird Deutsch gesprochen, die Mutter kocht Rezepte aus der «Brigitte», in der Schule erwarten die Eltern Spitzenleistungen. Die Tochter liefert, doch dann revoltiert sie und beginnt nach ihren polnischen Wurzeln zu suchen. Ein humorvolles und nachdenklich machendes Buch zum Thema Integration aus wenig bekannter Perspektive, präsentiert als deutsch-polnische Familiengeschichte.

Emilia Smechowski: Wir Strebermigranten, Hanser Verlag, München, 224 Seiten, 22,00 Euro, ISBN 978-3-446-25683-5

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