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Symbolkraft : Schriftsteller senden Botschaften in Flaschen

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Dass sich die Kraft des Wortes trotz körperlicher oder beruflicher Repressalien nicht unterbinden lässt, zeigt diese Aktion, die von namhaften Autoren mitgetragen wird.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2017 | 11:09 Uhr

«Flaschenpost» heißt das literarische Projekt, das die drei Zeitungen «Kölner Stadt-Anzeiger», «Berliner Zeitung» und «Frankfurter Rundschau» am Samstag (2. September) starten.

Dabei sollen Schriftsteller kurze literarische Botschaften verfassen und an ihrem Wohn- oder Arbeitsort als Flaschenpost auf die Reise schicken.

Die Texte sind auch in den drei Zeitungen zu lesen, wie die DuMont Mediengruppe am Donnerstag mitteilte. Zu den ersten vier «Flaschenpost»-Autoren gehört der Kölner Dogan Akhanli, der seit dem 19. August in Madrid festsitzt. Der türkischstämmige Deutsche darf wegen eines türkischen Haftbefehls und Auslieferungsgesuchs Spanien nicht verlassen.

«Das Schreiben von Erzählungen hat mir geholfen, meine Traumata zu verarbeiten, es rettet mich bis heute», sagte Akhanli. In seiner gegenwärtigen Lage eine Flaschenpost in den durch Madrid fließenden Manzanares zu werfen, passe zu seinem Leben, in dem er sich manchmal wie in einem absurden Theaterstück fühle. «Ich sehe meine Flaschenpost aber als Symbol für die Freiheit der Gedanken und des Wortes, die an so vielen Orten der Welt bedroht, missbraucht und beschnitten wird.»

Weitere Texte schreiben unter anderem Can Dündar, Elisabeth Herrmann, Magnusson, Tilman Röhrig, Frank Schätzing und Ilja Trojanow.

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