Rock am Ring : Rocken zu Hause statt am Ring

Diese Besucher hatten Spaß an der Schlammschlacht.
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Diese Besucher hatten Spaß an der Schlammschlacht.

Blitz und Donner sorgten dafür, dass das größte Rockfestival Deutschlands „Rock am Ring“ frühzeitig beendet werden musste

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05. Juni 2016, 21:00 Uhr

Der große Traum der Rockfans in der Eifel geht doch noch in Erfüllung: Zehntausende von Armpaaren recken sich den Red Hot Chili Peppers entgegen. Bald danach macht die Nachricht vom vorzeitigen Abbruch des Festivals „Rock am Ring“ die Runde. Zu gefährlich klingen die Unwetterwarnungen für Sonntag. Niemand will noch einmal eine Situation wie am Freitagabend riskieren, als Blitze auf dem Gelände des Flugplatzes Mendig einschlagen und mehr als 80 Menschen verletzt werden. „Vielleicht geht ja noch ein Vulkan hoch“, spottet der 25-jährige Student Robin beim Blick auf die Kuppen der Vulkaneifel.

Red Hot Chili Peppers begeistern ihre Fans

Es ist dann tatsächlich die „Volcano“-Bühne, die am Samstagabend den explosiven Höhepunkt des Festivals erlebt: mit den Red Hot Chili Peppers, die ihr Publikum einschließlich zweier Zugaben mit 15 Songs begeistern, darunter das hymnische Klagelied „Dani California“.

Die Euphorie kennt keine Grenzen. Crowdsurfer lassen sich über die Köpfe der Menge schieben, ein Bengalo wird gezündet, alle werden in rotes Licht getaucht. Ja, das ist verboten, aber es geht trotzdem besonnen zu in der „Rock am Ring“-Gemeinde. „So ein wundervolles Erlebnis“, ruft die 19-jährige Lisa auf den Schultern ihres Freundes und küsst ihre ebenfalls in den Hochsitz genommene Freundin. Da haben sich andere schon auf den Heimweg gemacht. „Wir wollen nach Hause, weil es keinen Sinn mehr hat hierzubleiben“, sagt der 27-jährige Tobias.

In mehr als 30 Jahren „Rock am Ring“ hatte Konzertveranstalter Marek Lieberberg das noch nie erlebt: Die katastrophale Wetterlage zwingt ihn zunächst zu einer siebenstündigen Unterbrechung des Spektakels am Samstag, dann zum vorzeitigen Abbruch.

Warnungen werden per Lautsprecher durchgegeben

Es passierte am Freitagabend beim Auftritt des Comedy-Rocker-Duos Tenacious D: Mit dem nahenden Unwetter wurden die Besucher über Lautsprecher aufgerufen, von Metallzäunen zurückzutreten und ihre Zelte aufzusuchen. Blitze schlagen ein und verletzen junge Besucher, Krankenwagen brausen heran, Blaulicht zuckt durch die Nacht. Der Starkregen zerstört auch viele Zelte. Die Rockfans trösten sich mit in Planschbecken gekühltem Bier. Gähnende Leere herrscht am Samstagnachmittag im abgesperrten Bereich vor den Bühnen. Ein zweites Gewitter bricht über das Gelände herein. Dann das kleine Wunder. Das weitere Unwetter zieht vorbei. Die Lautsprecherboxen vor den Bühnen werden hochgehievt, Zehntausende strömen vor die beiden Bühnen. Es spielen die beiden letzten Bands, die das Festival vorzeitig beenden.

Am Morgen danach hat eine bleierne Stille den „Rock am Ring“ ergriffen. Bei diesigem Wetter packen die Rockfans ihre Rucksäcke, stellen sich an den Haltestellen für die Busse an. Lisa will nächstes Jahr wiederkommen: „Egal ob Regen, Hagel, Sonnenbrand - “Rock am Ring„ forever!“

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