zur Navigation springen

Kulturförderung in MV : Pro Jahr zwei Millionen Euro zusätzlich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Land stockt die Kulturförderung auf. Profitieren sollen davon Kulturvereine, Bibliotheken und Literaturhäuser.

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2016 | 06:30 Uhr

Kulturvereine, Literaturhäuser und Bibliotheken in Mecklenburg-Vorpommern können mit mehr finanzieller Hilfe des Landes rechnen. Wie Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) in Schwerin sagte, stehen fortan pro Jahr zwei Millionen Euro zusätzlich bereit. Damit wachse die jährliche Kulturförderung auf etwa elf Millionen Euro an.

Das Extrageld solle im Rahmen des bis 2020 laufenden Programms unter anderem dazu eingesetzt werden, die Bibliotheken im Land besser zu vernetzen. „Immer mehr Menschen leihen ihre Bücher elektronisch aus. Da ist es doch sinnvoll, wenn kommunale Bibliotheken im Internet vereint sind und so auf eine zentrale Online-Ausleihe zugreifen können“, erklärte der Minister. Bisher seien 31 Bibliotheken beteiligt. „Spätestens im Jahr 2020 sollen möglichst alle dabei sein.

Für Bibliotheken gibt es deshalb 100 000 Euro im Jahr zusätzlich“, sagte Brodkorb. 500 000 Euro stünden jährlich für Investitionen zur Verfügung, wie etwa den Kauf neuer Musikinstrumente oder technischer Anlagen.

Der Städte- und Gemeindetag begrüßte das neue Programm zur Kulturförderung. Vielen Kommunen falle es wegen der oft angespannten Haushaltslage schwer, ihre Angebote in Literatur- und Kunsthäusern, Musikschulen oder Bibliotheken aufrecht zu erhalten.

„Wir haben seit langem mehr Unterstützung angemahnt. Unsere Anregungen wurden aufgenommen. Die Mittelaufstockung ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Thomas Deiters vom Kommunalverband.

Bildungsangebote dürften sich nicht auf Schulen allein beschränken.

Nach Angaben Brodkorbs sollen mit dem Geld auch die Sicherung von Kulturgütern unterstützt und ein Landesprogramm „Erinnerungskultur“ gefördert werden.

Dafür gibt es jährlich jeweils 100 000 Euro, ebenso für die - wie Brodkorb sagt - Modernisierung der Heimatpflege. Von den Mittelaufstockungen profitierten auch die Literaturhäuser in Rostock und Neubrandenburg sowie das Kempowski-Archiv Rostock. Mehr Geld gebe es auch für die Förderung von Nachwuchskünstlern und das Kulturportal, das nach einer grundlegenden Erneuerung Ende April wieder freigeschaltet werde. Die Internetplattform solle die Vielfalt der Kulturszene in MV zeigen und Touristen wie Einheimischen als Online-Kulturreiseführer dienen, wie der Minister sagte.

Für Künstler- und Literaturhäuser seien jeweils 60 000 Euro pro Jahr eingeplant. Direkt Zuschüsse gebe es für die Kunsthalle in Rostock, das Historisch-Technische Museum in Peenemünde auf Usedom und die Königin Luise-Gedenkstätte in Hohenzieritz. Die Auszahlung ist allerdings an die Voraussetzung geknüpft, dass sich die Kommunen ebenfalls an der Finanzierung beteiligen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen