Kunst-Installation : «Pissed»: Urin-Tank in New Yorker Galerie ausgestellt

Die Installation 'Pissed' ist in der Ausstellung 'Monumental' in der Feldman Gallery in New York zu sehen.  
Die Installation "Pissed" ist in der Ausstellung "Monumental" in der Feldman Gallery in New York zu sehen.  

Auch in der amerikanischen Kulturszene erhebt sich Protest gegen die Trump-Regierung. Mit einer ungewöhnlichen Installation drückt der Transgender-Künstler Cassils nun seine Unzufriedenheit über aus.

svz.de von
23. September 2017, 11:55 Uhr

«Pissed» ist auf Englisch gesagt jemand, der so richtig sauer und verärgert ist - oder im wörtlichen Sinn eben «angepisst».

Der Künstler Cassils zielt auf diese Formulierung ab: Gut ein halbes Jahr lang hat er mehr als 750 Liter seines Urins gesammelt, die nun in einem Tank in einer New Yorker Galerie zu sehen sind. Vom Geruch bleiben Besucher verschont: Der Behälter hat einen Deckel.

Mit der ungewöhnlichen Installation kritisiert der Transgender-Künstler aus Kanada die Regierung von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte am 22. Februar die von seinem Vorgänger Barack Obama geschaffene Freizügigkeit für Transgender-Menschen rückgängig gemacht. Die Regelung hatte es Transgendern freigestellt, welche Toiletten und Umkleideräume sie etwa in Schulen und Universitäten nutzen.

Seit diesem Tag fing Cassils, dessen Arbeiten bereits in Berlin, London und São Paulo zu sehen waren, seinen Urin in 200 orangefarbenen Plastikflaschen auf, die mit dem jeweiligen Datum versehen ebenfalls in der Feldman Gallery zu sehen sind. In den rund sieben Monaten kamen mehr als 750 Liter zusammen.

Die braungelbliche Flüssigkeit wirkt in dem würfelförmigen Tank auf den ersten Blick eher wie eine Ursuppe aus einem anderen Zeitalter oder eine giftige chemische Substanz.

«Pissed» wird begleitet von Tonmitschnitten eines Berufungsgerichts in den USA und des Schulvorstands im Staat Virginia, die die «Ignoranz und Voreingenommenheit» von Trumps Entscheidung ausdrücken, wie es in der Beschreibung zur Ausstellung heißt.

Feldman Gallery zur Ausstellung

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