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Blick zurück : Opulenter Bildband über Superhelden im Comic

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Die klassischen Comics haben ihren Superhelden viel zu verdanken. Wie wichtig Superman, Batman und Co für den legendären Verlag DC Comics war, zeigt ein beeindruckender neuer Bildband.

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erstellt am 18.Jul.2017 | 13:17 Uhr

Berlin (dpa) – Bildergeschichten haben eine lange Tradition in der Weltliteratur. Schon vor mehreren tausend Jahren wurden in zahlreichen Kulturen Geschichten mit der Hilfe von Zeichnungen erzählt. Auch in der Moderne fanden Bildergeschichten ihren Platz.

Karikaturen wurden zum festen Bestandteil vieler Tageszeitungen, und kleine Bildfolgen, in denen lustige Episoden in wenigen Zeichnungen dargestellt wurden, wurden besonders in amerikanischen Tageszeitungen zu einem beliebten Bestandteil der Unterhaltungsseiten. Ihnen verdankt das Genre auch seinen Namen: Comic strips, lustige Streifen.

Gezeichnete Geschichten hatten gegenüber den seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer beliebter werdenden Filmen einen wesentlichen Vorteil: In ihnen war alles möglich, was die Fantasie der Autoren und Zeichner hergab. In den 30er Jahren, mitten in der Weltwirtschaftskrise, konnte so auch eine Figur entstehen, die den Einschränkungen der Realität nicht ausgesetzt war: Superman.

1933 dachten sich der Autor Jerry Siegel und der Zeichner Joe Shuster die Figur des unverwundbaren und mit gewaltigen Kräften ausgestatteten Außerirdischen aus, der auf der Erde ein bescheidenes Leben führt und allzeit bereit ist, Menschen in Bedrängnis zu helfen. 1938 verkauften sie die Rechte an der Figur an den Verlag DC Comics, der mit dieser Figur eine internationale Erfolgsgeschichte schrieb.

Wie der Verlag mit seinen Heften rund um Superman und andere Heldenfiguren wie Batman und Wonder Woman stilprägend für das gesamte Genre wirkte, zeigt der Amerikaner Paul Levitz in dem großartigen Band «75 Jahre DC Comics. Die Kunst, moderne Mythen zu schaffen», der nun auch in Deutschland veröffentlicht wurde.

Levitz kennt sein Thema bestens, ist er doch selbst ein renommierter Comicautor, der noch dazu mehrere Jahre lang Leiter des DC Verlags gewesen ist. In dem großformatigen Band präsentiert Levitz Figuren, die «wohl zu den bekanntesten erfundenen Charakteren der Welt gehören». Levitz erzählt die Geschichte des Verlags und damit zugleich die Geschichte der Comichefte in den USA, von einfachen kleinen Zeichnungen bis hin zu knallbunten Comic-Kunstwerken, denen er viele ganzseitige Abbildungen widmet.

Ganz klar im Mittelpunkt steht Superman, der erste große Star des Verlags und des ganzes Genres. Levitz zeigt nicht einfach nur Ausschnitte aus Superman-Heften, er analysiert auch die Figur und erklärt ihren internationalen Erfolg: «Superman mischt grundlegende Bausteine menschlichen Wunschdenkens auf eine neue Art zusammen.» Diese besondere Mischung unterscheidet die Figur von den anderen Comichelden, die Levitz in seiner Verlagsgeschichte präsentiert, und verleiht ihr eine außergewöhnliche Erfolgsgrundlage.

Der Kölner Taschen Verlag, der Levitz' Buch für ein deutsches Publikum zugänglich gemacht hat, hat dem amerikanischen Originalband ein zusätzliches Heft beigefügt, in dem die englischen Originaltexte in deutscher Übersetzung komplett zur Verfügung gestellt werden und weitere Illustrationen aus der Comic-Geschichte gezeigt werden.

Für Fans klassischer Comics und ihrer Geschichte ist «75Jahre DC Comics» ein Muss, aber auch für diejenigen, die sich für amerikanische Kulturgeschichte des vergangenen Jahrhunderts interessieren, har der prächtige Band viel zu bieten.

Paul Levitz: 75 Jahre DC Comics. Die Kunst, moderne Mythen zu schaffen. Taschen Verlag, Köln, 720 Seiten, 49,99 Euro, ISBN 978-3-8365-5457-2

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