Disney-Verfilmung : Halle Bailey spielt "Die kleine Meerjungfrau" – "Blackwashing"-Vorwürfe

Schauspielerin und Sängerin Halle Bailey soll die Zeichentrickfigur Arielle in der geplanten Disney-Verfilmung spielen.
Schauspielerin und Sängerin Halle Bailey soll die Zeichentrickfigur Arielle in der geplanten Disney-Verfilmung spielen.

Die 19-jährige soll die Hauptrolle übernehmen. Rassisten klagen über eine Verfälschung des Originals.

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04. Juli 2019, 15:19 Uhr

Los Angeles | Das Märchen "Die kleine Meerjungfrau" von Hans Christian Andersen wird als Live-Action-Musical mit einer schwarzen Hauptdarstellerin neu verfilmt. "Ein Traum wird wahr", freute sich die US-amerikanische Sängerin Halle Bailey (19) am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter über den Zuschlag für die Rolle der Arielle in dem geplanten Disney-Film "Little Mermaid".

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Regie führt der Filmmusical-Experte Rob Marshall (58, "Chicago", "Mary Poppins' Rückkehr"). Für Bailey, die mit ihrer Schwester Chloe als das R&B-Duo Chloe x Halle bekannt wurde, ist es die erste Kino-Hauptrolle.

Die Schwestern Chloe (links) und Halle Bailey. Foto: imago images / ZUMA Press/Javier Rojas/Pi
imago images / ZUMA Press/Javier Rojas/Pi
Die Schwestern Chloe (links) und Halle Bailey. Foto: imago images / ZUMA Press/Javier Rojas/Pi

"Wunderbare Singstimme"

Nach einer langen Suche sei nun die Besetzung für die ikonische Rolle gefunden, teilte Marshall laut "Variety" mit. Halle verfüge über eine seltene Kombination von "Geist, Herz, Jugend, Unschuld und Substanz", gepaart mit einer "wunderbaren Singstimme", erklärte der Regisseur.

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Anfang 2020 sollen die Dreharbeiten beginnen. Melissa McCarthy sei für die Bösewichtrolle Ursula im Gespräch, Jacob Tremblay und Awkwafina könnten Sprechrollen von animierten Charakteren übernehmen.

Originalsongs von 1989 sowie neue

Der preisgekrönte US-Komponist Alan Menken und Tony-Preisträger Lin-Manuel Miranda werden für den Film Songs verfassen. Der klassische Stoff über die tragische Liebe einer Meerjungfrau zu einem menschlichen Prinzen aus dem Jahr 1837 wurde von Disney 1989 als Zeichentrickfilm "Arielle, die Meerjungfrau" aufgearbeitet. Menken schrieb auch damals die Musik. Auch originale Songs sollen in der neuen Verfilmung vorkommen, darunter "Under the Sea", "Part of Your World" und "Kiss the Girl."

Gehässige Nutzer sehen "Blackwashing"

In den sozialen Netzwerken sorgte die Bekanntgabe der Besetzung für Wirbel. Während viele die optische Ähnlichkeit der 19-Jährigen mit der Zeichentrickfigur bewundern, gefällt einigen ihre Hautfarbe nicht. So stimmten mehr als 3000 Nutzern einem Tweet zu, der die Besetzung als "vollkommenen Blödsinn" bezeichnet.

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"Der Charakter ist weiß und hat rotes Haar. Nichts gegen Schwarze, aber das wäre so als würde man 'Moana' mit einem blassen weißen Mädchen verfilmen." Der Disney-Animationsfilm "Moana", der in Deutschland "Vaiana" hieß, handelte erstmals von einer nichtweißen Heldin – der gleichnamigen Pazifik-Häuptlingstochter. (Weiterlesen: Warum der Film „Moana“ in Deutschland „Vaiana“ heißt)

Die Besetzung mit Bailey sei "Blackwashing", meinen einige Kommentatoren und spielen damit auf den Vorwurf des rassistischen Whitewashings an. Die Rollenbesetzung mit Schauspielern anderer Hautfarbe als in der berühmten Vorlage sorgt in Hollywood immer wieder für Wirbel. So vergaben etwa die Marvel-Bosse die im Comic asiatische Figur The Ancient One im Film "Doctor Strange" an die weiße Schauspielerin Tilda Swinton und im gefloppten Epos "Gods od Egypt" spielten zwei weiße Schauspieler Ägypter.

Auch als die Rolle der Hermine Granger im Londoner Theaterstück "Harry Potter und das verwunschene Kind" an die Schwarze Noma Dumezweni ging, kam rassistische Kritik auf. Potter-Schöpferin Joanne K. Rowling verteidigte damals die Entscheidung vehement: "Noma wurde ausgewählt, weil sie die beste Schauspielerin für diese Rolle ist."

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