"The House that Jack built" : Nach Massenflucht im Kino: Von Trier verteidigt Gewaltszenen

Mit "The House that Jack built" ist Lars von Trier wieder an die Schmerzgrenze gegangen. Dass aus der Cannes-Premiere Zuschauer vorzeitig flüchteten, findet der Däne gut.

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16. Mai 2018, 19:06 Uhr

Cannes | Er hat es wieder getan: Der dänische Regisseur Lars von Trier (62) sorgte in Cannes für einen neuen Skandal. Sein Film "The House that Jack built" mit Matt Dillon, Uma Thurman und Bruno Ganz wurde beim Filmfestival außerhalb des Wettbewerbs gezeigt. Der Streifen handelt von einem Serienkiller. Es gibt Szenen, in denen Kinder getötet und Frauen verstümmelt werden. Zu viel für einige Zuschauer. Angewidert von derartigen Grausamkeiten verließen sie reihenweise das Kino.

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Am Ende gab es minutenlangen Applaus und Buhrufe. Von Trier sieht in der Saalflucht allerdings kein Problem. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er am Tag nach der Vorführung, die Reaktion zeige, dass der Film zu denken gebe: "Dinge, die im wahren Leben passieren, sind schlecht, übel und böse. Und das sollte in Filmen erzählt werden, gleich ob Fiktion oder nicht."

Das Enfant terrible der europäischen Filmszene bewies damit einmal mehr, dass es provozieren kann. Sieben Jahre lang war der 62-Jährige nach Nazi-Äußerungen vom Filmfestival Cannes ausgeschlossen. Eine "schmerzliche" Erfahrung, gibt von Trier zu. Seine Rehabilitierung in diesem Jahr habe ihn selbst überrascht. Dass er zur Persona non grata erklärt wurde, erfülle ihn jedoch auch mit Stolz: "Ich kenne niemanden außer mir, der diesen Status erhalten hat. Nicht mal Harvey (Weinstein)."

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