Genuss oder Luxus? : «Mit Wein Staat machen» - eine kleine Kulturgeschichte

Der SPD-Politiker, der keinen Wein trinken möchte: Peer Steinbrück.
Der SPD-Politiker, der keinen Wein trinken möchte: Peer Steinbrück.

Wein im politischen Kontext ist unerlässlich. Kaum ein Staatsbesuch ist denkbar ohne Bankett und Wein. Knut Bergmann beleuchtet die Rolle von Wein und Politik vom Kaiserreich bis heute.

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11. Oktober 2018, 12:09 Uhr

Im Jahr 2012 stolperte der Kanzlerkandidat der SPD über die unbedachte Äußerung, er würde keinen Wein unter dem Preis von fünf Euro kaufen. Ein Sturm der Entrüstung fegte danach über ihn hinweg.

Peer Steinbrück hätte es wissen müssen: Genussorientierung ist in Deutschland, anders als zum Beispiel in Frankreich, als Luxus verpönt. Nur Wenigen wurde dieses «Laster» verziehen, allerdings nur wenn es sich wie zum Beispiel bei Helmut Kohl aus dessen Herkunft erklären konnte. Dennoch ist Wein im politischen Kontext unerlässlich. Kaum ein Staatsbesuch ist denkbar ohne Bankett und Wein.

Der Politikwissenschaftler und Journalist Knut Bergmann hat sich des Themas angenommen: «Mit Wein Staat machen» zeigt Wein und staatliche Repräsentation als Teil der deutschen Kulturgeschichte. Das Buch gliedert sich in 25 aufmerksam recherchierte Kapitel, die alle Facetten des Themas vom Kaiserreich bis in unsere heutige Zeit beleuchten. Der Autor bedient sich dabei einer klaren Sprache, die das Buch neben vielen Details und einem unterhaltsamen und zuweilen launischen Ton zu einem Lesegenuss macht.

- Knut Bergmann: Mit Wein Staat machen, Insel Verlag, Berlin, 366 Seiten, 25,00 Euro, ISBN 978-3-458-17771-5.

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