Puhdys : Mit Power in die „Rockerrente“

„Maschine“ Dieter Birr, Frontsänger der deutschen Musikgruppe Puhdys (Mitte), gab am Freitag mit seinen Bandkollegen ein umjubeltes Konzert in Berlin.
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„Maschine“ Dieter Birr, Frontsänger der deutschen Musikgruppe Puhdys (Mitte), gab am Freitag mit seinen Bandkollegen ein umjubeltes Konzert in Berlin.

45 Jahre und „immer noch einigermaßen frisch“ – zum Auftakt ihrer Abschiedstour begeisterten die Puhdys ihr Publikum in Berlin

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02. November 2014, 21:00 Uhr

„Wir gehen nicht von Bord ... gehn nicht fort.“ Der erste Song des Abends führt in die Irre. Denn die fünf Musiker auf der Bühne – der Jüngste ist 60, der Älteste 74 – starten damit ihre Abschiedstour. Ob in ihren Ohrwürmern „Alt wie ein Baum“ und „Rockerrente“: In vielen Songs haben die Puhdys immer wieder thematisiert, dass sie gemeinsam musizierend alt werden wollen. Das zweistündige Konzert zum 45. Bandjubiläum am Freitag in der Berliner O2-World war nun der Anfang vom Abschied. 2015 soll Schluss sein.

„Tja. 45 Jahre – wir sind immer noch einigermaßen frisch und haben noch genug Power. Wir hoffen ihr auch“, sagt Sänger Dieter Birr alias „Maschine“ (70) zu den 11 000 Fans, die mit der Band gealtert sind – und oft als Paar zum Konzert der Rock-Opas gekommen sind.

Auch auf der Bühne ging es familiär zu: Im Vorprogramm saß der Enkel eines Puhdys-Mitglieds am Schlagzeug. Dunkle Jeans, schlichte schwarze Hemden oder Longshirts – obwohl das Berliner Quintett seit Jahrzehnten zu den bekanntesten und erfolgreichsten ostdeutschen Bands zählt, wirken die Musiker wie die Kumpels von nebenan. Im Mittelpunkt steht die Musik. Eine teure Show gibt es nicht – aber Videos der Band aus fast fünf Jahrzehnten auf riesigen Monitoren. Die Fans – viele mit „Puhdys“-T-Shirt, viele mit Bierbauch –  klatschen mit, tanzen, dürfen teils halbe Songs alleine singen. Viele von ihnen begleiten die Band schon seit Jahrzehnten.

Die Puhdys standen im November 1969 zum ersten Mal auf der Bühne; damals noch mit Coverversionen englischsprachiger Hits – etwa von Deep Purple und Uriah Heep. Bis zum Fall der Mauer wurden sie zwölfmal zur beliebtesten Rockgruppe der DDR gewählt und schon damals regelmäßig auch von Zehntausenden Zuschauern in der Waldbühne im Westen Berlins umjubelt. Und auch wenn „Maschine“ sowie Peter Meyer (74/Keyboard), Dieter Hertrampf (69/Gitarre), Peter Rasym (61/Bass) und Klaus Scharfschwerdt (60/Schlagzeug) bald ihr gemeinsames Projekt beenden wollen. „Von den einzelnen Musikern werden wir sicherlich noch einiges zu hören bekommen“, hatte das Management im Februar ergänzt, als der Band-Abschied bekanntgegeben wurde.

Zuvor geben sie aber noch einmal alles: Parallel zur Abschiedstour gibt es noch Akustik-Konzerte – und die „Rocklegenden“-Tournee. Das ist die erste gemeinsame Tour mit City und Karat – 15 bekannte Ost-Musiker zusammen. Schon am Samstag standen sie alle auf der Bühne der O2-World – das Konzert war ausverkauft.

„Rocklegenden“: 7.11. Rostock, 8.11. Magdeburg, 21.11. Riesa, 22.11. Erfurt, 6.12. Chemnitz

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