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Tradition und Moderne : Max Raabe biegt sich die Popmusik zurecht

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Seine Name ist Raabe und seine Stimme ist der reinste Wohlklang. Sein Herz schlägt für die 20er Jahre - aber nicht nur.

svz.de von
erstellt am 02.Nov.2017 | 16:45 Uhr

Seit 25 Jahren schon ist Max Raabe als Sänger berühmt für seinen 20er-Jahre-Sound. Seinem Stil ist der ausgebildete Opernbariton treu geblieben, aber für frischen Schwung haben als Produzenten Annette Humpe und Peter Plate gesorgt.

Das Ergebnis heißt «Der perfekte Moment...wird heut verpennt». Ein Album, das genüsslich zwischen Tradition und Moderne pendelt:  «Selbstverständlich war es mir wichtig, dass man die Haltung aus dieser Zeit in die Gegenwart transportiert, aber die Musik, die Beats, die müssten modern sein, das war mir klar», sagte Raabe im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

«Aber es sollte natürlich meinem Stil entsprechend sein, also ich will nicht auf einmal Popkünstler sein, sondern ich biege die Popmusik dann so, dass es zu mir passt.» Das neue Album hat die typische Raabe-Ironie, seine feinsinnigen und humoristischen Texte plus einen moderneren Sound.

Frohgemut und Gitarren-beschwingt steigt Max Raabe gleich mit einer heiteren Ode an das Glück («Guten Tag, liebes Glück») ein. Und fluffig geht es weiter: Für sein Loblied auf den Müßiggang und das Faulsein im Titelsong holt Max Raabe die Ukulele heraus und die Leichtigkeit des Seins wird zu einem abgedämpften Bläsersound in «Fahrrad fahr'n» beschworen. Und wenn Raabe abgestiegen ist, dann schlendert er «durch den Park an einem Donnerstag» und erfreut sich an dem Gesang der Vögel und der Liebe.

Den finsteren Zeiten und der heranschleichenden Herbst-Melancholie hat Max Raabe eine ganze Handvoll frohgemuter Lieder entgegengesetzt. Aber natürlich ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen - liegt doch manche Widrigkeit am Wegrand. «Alles um mich her ist leer», beklagt der Chansonnier in «Hohl». Und in «Liebling» macht er sich Gedanken über eine Beziehung, die so dahinplätschert, aus der die Luft raus ist: «Früher fuhr'n wir durch die Welt, heut reicht's nicht mal bis Bielefeld...».

Feinsinnig, elegant, poetisch und beschwingt - mit Max Raabe lässt sich der perfekte Moment prima verpennen. So entspannt ist sein neues Album, so entspannt war auch die Zusammenarbeit mit Annette Humpe, die schon Ich+Ich in die Charts brachte, und mit Peter Plate von Rosenstolz.

Die Aufnahmen muss man sich fast wie ein Kaffeekränzchen vorstellen: «Wir haben uns ja immer nachmittags getroffen und wenn ich nachmittags nicht Kaffee und Kuchen kriege, bin ich muffig», sagte Max Raabe. «Und diese Situation wollte ich vermeiden, deswegen bringe ich dann Kuchen mit und dann gibt es Kaffee und schon steigt die Stimmung.»

Website Max Raabe & Palast Orchester

Label-Website

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