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Folkrock : Manchester-Melancholie von The Travelling Band

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Elegischer Manchester-Sound vom Feinsten: Fans von Indie-Pop der Marke Elbow könnten sich auch in die Musik der Travelling Band verlieben.

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Die Zeiten, in denen Manchester «Madchester» war und den tanzbarsten Indierock-Sound der Welt hervorbrachte, sind lange vorbei. Heute kommen aus dem Nordwesten Englands eher melancholische Klänge. Etwa von The Travelling Band.

Das Quintett um die gleichberechtigten Leadsänger Adam Gorman und Jo Dudderidge schafft es auf seinem vierten Studioalbum «Sails» (Sideways Saloon/Kartel Music Group), warmen Indie-Pop mit elegischer Note (Anspieltipp: die Piano-Ballade «Loser») und freundlichen Folkrock («Mopping Forward», «Unlike You») wunderbar stimmig zu mischen.

Dass manche Kritiker diese Musik als «Mancunian Americana» bezeichnen, hat mit der gelegentlich eingesetzten Pedal-Steel-Gitarre und der epischen Weite der Musik von The Travelling Band zu tun, beispielsweise im prachtvolen Closer «Leftover Lines».

Die deutlich bekannteren und erfolgreicheren Manchester-Kollegen Elbow und I Am Kloot pflegen eine ähnliche Klangästhetik. Aber auch andere britische Folkpop-Bands wie Stornoway oder Trash Can Sinatras sind mit ihren euphorisch weltumarmenden Melodien vergleichbar .

Wie all diese Landsleute scheuen Gorman, Dudderidge und Co. nicht vor wohldosiertem Pathos und üppigen Arrangements mit Bläsern und Streichern zurück («Out Of The Water/Failure Is A Bastard»). Den Cinemascope-Eindruck der meisten Lieder unterstreicht das nur noch. Und etwas rauer rocken können sie auch, etwa im verschachtelten «Wasted Eyes» oder dem smarten Bekenntnis «Last Night (I Dreamt Of Killing You)».

Insgesamt ist der Travelling Band ein knapp 40-minütiges, völlig fett- und schlackenfreies Indiepop-Album geglückt, das sie nun endlich über den Status von Manchester-Lokalhelden hinausheben sollte. 

Website The Travelling Band

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