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«Panical»-Derniere : Letzter Vorhang für «Hinterm Horizont»

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Schrill und glitzernd soll es im Hamburger Operettenhaus werden, wenn die Musical-Drag-Queens mit «Kinky Boots» einziehen. Doch zuvor rockt ein letztes Mal Udo Lindenbergs Mädchen aus Ostberlin im Blauhemd den Kiez. Der Musiker selbst nimmt seinen Hut aber trotzdem nicht.

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erstellt am 27.Okt.2017 | 12:12 Uhr

Für Udo Lindenbergs Musical fällt auf der Hamburger Reeperbahn der letzte Vorhang - «Hinterm Horizont» soll es nach dem Wunsch des Musikers aber wieder weitergehen. 

«Es wäre cool, auch an anderen Orten in der bunten Republik mit dieser Show Entertainment und deutsche History auf die Bühne zu bringen», sagte der 71-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Seine Crew und er bastelten an Plänen für weitere Aufführungen, berichtete Lindenberg und zitierte aus seinem Titelsong: «Das mit uns ging so tief rein, das kann nie zu Ende sein. Sowas Großes geht nicht einfach so vorbei!» Die letzte Vorstellung im Operettenhaus steht am Sonntag (29. Oktober) an. 

Die Story vom «Mädchen aus Ostberlin» und dem Rockstar aus dem Westen war zuerst mehr als fünf Jahre lang in Berlin zu sehen, seit knapp einem Jahr lief sie in der Hansestadt. Mehr als 2500 Vorstellungen gab es laut Musicalkonzern Stage Entertainment seit der Uraufführung 2011. Mit Josephin Busch als Mädchen aus Ostberlin war die Show in Berlin und Hamburg an den Start gegangen. Die 31-Jährige wird auch in der letzen Hamburg-Vorstellung noch einmal die Rolle übernehmen. Als Udo ist Alex Melcher (47) zu sehen - wie damals bei der Operettenhaus-Premiere, nachdem sich der erste Udo-Darsteller Serkan Kaya bei den Proben verletzt hatte. 

Anhand von Lindenberg-Songs zeigt das Musical eine Geschichte rund um das «Mädchen aus Ostberlin» - ein Lied, mit dem er schon 1973 gegen die deutsche Teilung angesungen hatte. Im «Panical», wie der Panikrocker das Musical lieber nennt, trifft er seine ostdeutsche Liebe erst zehn Jahre später beim Konzert im Palast der Republik, das Lindenbergs einziger DDR-Auftritt bleiben sollte. Teils fiktiv, teils autobiografisch wird aus dem Leben des Musikers und ein Stück deutsch-deutsche Geschichte erzählt. Den zeitlichen Rahmen liefern Bau und Fall der Mauer. «Schon für die ganzen Panik-Kids, die mehr über jüngere deutsche Geschichte wissen wollen, als sie in der Schule hören, ist so ein Stück megawichtig», sagte Lindenberg.

Im Operettenhaus geht es im Dezember mit dem Musical «Kinky Boots» weiter, das bereits am New Yorker Broadway und Londoner West End aufgeführt wird. Dann halten singende Drag Queens schrill und glitzernd dort Einzug, wo das Mädchen aus Ostberlin im FDJ-Blauhemd rockte. Mehr als 500 Requisiten kamen nach Angaben von Stage Entertainment in jeder «Hinterm Horizont»-Show zum Einsatz. Für das «Panik»-Tattoo am Oberarm des Musical-Panikrockers seien insgesamt rund 12 000 einzelne Buchstaben mit der Hand ausgeschnitten worden. Mehr als 350 Hüte habe die Crew für die komplette Spielzeit verbraucht. 

Seinen Hut nimmt Lindenberg auf der von ihm besungenen Reeperbahn auch nach der «Panical»-Derniere nicht: Ihn zieht's dauerhaft zum Kiez -  mit einer «Panik City» im Klubhaus St. Pauli. In der «Udo Lindenberg Experience» will er Fans in seine Welt eintauchen lassen. Zwischen echten Ausstellungsstücken soll es zu den wichtigsten Stationen seiner Karriere in West wie Ost aber vor allem audiovisuell gehen - ein «Udoversum mit Hightech und Hightext». Der für den Herbst geplante Start verzögere sich bis zum Winter, sagte er. Derzeit stecke er mitten in den Vorbereitungen für die «Udomanischen Experimente».

Udo Lindenberg Homepage

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