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Berlin : Kunst „jenseits der Mauer“

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Neue West Side Gallery erzählt vom Leben an der ehemals innerdeutschen Grenze in Berlin.

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2017 | 12:00 Uhr

An dem längsten noch erhaltenen Mauerstück in Berlin erinnert jetzt eine Open-Air-Installation an den Alltag der Teilung. Unter dem Motto „Beyond the Wall/Jenseits der Mauer“ zeigt der deutsch-amerikanische Künstler Stefan Roloff auf 229 Metern gigantisch vergrößerte Videostills aus den 80er Jahren, als er Menschen in unmittelbarer Nähe des Todesstreifens beobachtete.

Ergänzt werden die Bilder um Porträts und Berichte von Zeitzeugen. Am Donnerstag stellte Roloff das Projekt vor. Von Sonntag an (13. August) ist es bis zum 9. November rund um die Uhr zu sehen.

Die Zahl der dokumentierten Opfer an der Berliner Mauer hat sich erhöht. Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Stiftung Berliner Mauer kamen 140 Menschen ums Leben, wie gestern mitgeteilt wurde. Rekonstruiert wurde  nun das Schicksal des sowjetischen Soldaten Wladimir Iwanowitsch Odinzow, der am 2. Februar 1979 im Alter von 18 Jahren am Außenring der Grenze zwischen Seeburg (Brandenburg) und Berlin-Spandau erschossen wurde. Er habe angeblich nach West-Berlin fliehen wollen. Auch nach Abschluss eines wissenschaftlichen Projekts zur Erforschung der Toten an der Mauer sind die Recherchen nicht beendet.

Die Installation befindet sich auf der Rückseite der sogenannten East Side Gallery an der Mühlenstraße in Berlin-Friedrichshain. Auf der Ostseite entstand schon kurz nach dem Mauerfall eine 1,3 Kilometer lange Kunstmeile mit Werken von mehr als hundert internationalen Künstlern, die längst eine beliebte Touristenattraktion ist.

Die neue Installation entstand als Zusammenarbeit des Vereins „Kunst darf alles“ mit der Kulturprojekte Berlin GmbH. Der Künstler sehe die Mauer als zeitloses Symbol von Angst, Feindschaft und Rassismus, hieß es. Die Abschottung von US-Präsident Donald Trump gegenüber Mexiko beweise, dass Mauern zwar abgebaut, an anderer Stelle aber mit gleichem Ziel wieder errichtet würden.

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