Monumentalwerke : Kokoschka-Retrospektive in Zürich

Blick in die Kokoschka-Ausstellung in Zürich. /Keystone
Blick in die Kokoschka-Ausstellung in Zürich. /Keystone

Den österreichischen Expressionisten verbindet einiges mit der Schweiz. «Motive und Motivation» heißt eine große Ausstellung im Züricher Kunsthaus, die einige zentrale Werke des Künstlers zeigt.

svz.de von
13. Dezember 2018, 15:34 Uhr

Seine stürmische Liebe zur Komponisten-Witwe Alma Mahler hat der österreichische Expressionist Oskar Kokoschka vor gut 100 Jahren in einer intensiven Schaffensphase verarbeitet.

Unter anderem malte er ihr ein vier Meter breites Fresco, das jahrzehntelang über dem Kamin in ihrem Haus in Breitenstein hing. Es wurde in den 90er Jahren an einen Privatsammler verkauft und ist erst einmal in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen. Das Züricher Kunsthaus hat es an Land gezogen für eine Kokoschka-Retrospektive (ab 14. Dezember). Es zeigt ein Liebespaar zwischen Himmel und Hölle - ganz so, wie beide die letztlich von Alma beendete Beziehung seinerzeit erlebten.

Kokoschka hat eine lange Schweizer Geschichte. Er war vor den Nationalsozialisten erst in die damalige Tschechoslowakei, dann nach England geflüchtet, zog 1953 aber an den Genfersee und lebte dort bis zu seinem Tod 1980. Viele Werke sind in der Schweiz zu Hause. Das Museum hat mehr als 100 Gemälde sowie Arbeiten auf Papier, Fotografien und Briefe zusammengetragen, um Kokoschkas «Motive und Motivation» nachzuspüren, so Kuratorin Cathérine Hug. Meister wie Georg Baselitz und Herbert Brandl nannten den Maler, der in Zeiten der Abstraktion mit seiner gegenständlichen Malerei vielen als «antimodern» galt, als Inspiration.

Als zentrale Werke zeigt die Ausstellung zwei je rund acht Meter breite und über zwei Meter hohe dreiteilige Gemälde: «Die Prometheus Saga» (1950) und «Thermopylae» (1954), die bislang nur ein einziges Mal, 1962 in London, gemeinsam ausgestellt wurden. Beide seien «ein Appell an die Menschen, sich als Brüder und Schwestern in Frieden und Freiheit zu vereinen», so die Kuratorin. Betrachter könnten den Schaffensprozess sehen, der Kokoschka von Zeitgenossen unterschied.

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