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„Karriere ist ein furchtbares Wort“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zu den Opernereignissen des vergangenen Jahres gehörte die Violetta der deutschen Sopranistin Diana Damrau in Verdis „La Traviata“ zur Saisoneröffnung an der Mailänder Scala im Dezember. Ein aufregendes, differenziertes Seelenporträt. Aus dem Orchestergraben hingegen kamen schwerfällige Klänge, sodass ein Kritiker bemerkte, Damrau hätte „unendlich mehr verdient als gängige Dirigierroutine“, die Daniel Gatti anbot und dafür Buhs erntete. Tja, ein Dirigent kann sich eine Sängerin aussuchen, eine Sängerin aber nicht den Dirigenten.

Corinna Harfouch, Spitzenklasse-Schauspielerin im Deutschen Theater Berlin und in der Filmbranche, hat in einem Interview auf die Frage nach dem „berühmten Karriereknick bei Schauspielerinnen ab 40“ kühl geantwortet: „Karriere ist ja schon so ein furchtbares Wort. Das ist was für Manager. Man kann seine Laufbahn als Schauspieler nicht designen.“ Harfouch hat eben keinen Star-Habitus für den Boulevard, dafür umso mehr Realitäts-Sinn für ihre Kunst, die gefragt ist.

Wolfgang Niedecken, Frontmann und Kopf der Kölsch-Rockband BAP, sieht im Internet eine „kommerzielle Gefahr“ für Musiker: „Wer sich heute illegal was aus dem Netz herunterlädt, hat kein Schuldbewusstsein mehr. Wenn man im Supermarkt ohne zu bezahlen an der Kasse vorbeigeht, kommt die Polizei. Nur bei uns wird das zur Normalität.“ Zwar lässt sich mittlerweile das Abschreiben in Dissertationen mittels Computer leicht nachweisen, der Schutz von geistigem Eigentum hingegen scheint im Netz ziemlich schwer zu sein.

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