Staatliches Museum Schwerin : Innenhof soll Forum für die Kunst werden

Noch ist der Anbau von Bauplanen verhüllt, im Sommer soll er eingeweiht werden. Links davon im Hof ist das Forum geplant.
Noch ist der Anbau von Bauplanen verhüllt, im Sommer soll er eingeweiht werden. Links davon im Hof ist das Forum geplant.

Der Verein will eine Veranstaltungshalle schaffen. Der Anbau für die Kunst der Moderne ist fast fertig.

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03. März 2016, 21:00 Uhr

Der Raum ist imposant, die Größe beeindruckend: 33 Meter lang, 13 Meter breit, fünf Meter hoch. Eine Stirnseite ist fast komplett verglast und gibt den Blick auf den Schweriner See und das Schloss frei. Diagonal versetzt lassen zwei weitere raumhohe Fenster Tageslicht herein, der Rest des Saales sind glatte Betonwände. Daran werden künftig Bilder von Künstlern der Moderne hängen. Weitere Objekte und Readymades von Marcel Duchamp über John Cage bis Günther Uecker sollen im Raum platziert werden, der durch eine Lichtdecke gleichmäßig ausgeleuchtet wird. Spotlights sind auf die Kunstwerke fokussiert.

Doch ganz soweit ist es noch nicht. Denn noch haben im neuen Anbau des Staatlichen Museums, dem so genannten Museum der Moderne, die Bauarbeiter das Kommando. „Im Mai ist Übergabe“, sagt Uwe Jannsen vom Finanzministerium. Der Neubau – ein Projekt des Landes – kostet 8,3 Millionen Euro. 90 Prozent davon sind Fördermittel der Europäischen Union.

Doch es gibt bereits Pläne, die noch einen Schritt weiter gehen: Kunstfreunde haben die Idee, den nun von allen vier Seiten umbauten Innenhof zu überdachen, um ein Forum der Kunst zu schaffen. Prof. Dr. Kornelia von Berswordt-Wallrabe vom Verein „Uecker in Schwerin: Neubau“ stellte das Vorhaben gestern vor: „Das Museum braucht dringend einen großen Veranstaltungsraum. Den könnte das neue Forum mit rund 1200 Quadratmetern Fläche bieten“, erläutert von Berswordt. „Dies wäre das I-Tüpfelchen. Dafür sammeln wir Geld.“

Da das Museum dem Land gehört, müssen solche Pläne natürlich abgestimmt werden. „Wir haben bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Zu berücksichtigen ist schließlich auch, dass jede Baumaßnahme mit der Schweriner Welterbe-Bewerbung kompatibel ist“, betont die frühere Museumsdirektorin. Deshalb sei ein mit historischen Kulturbauten erfahrenes Architekturbüro mit der Studie beauftragt, das Büro Sunder-Plassmann-Architekten aus Schleswig-Holstein.

Nach ersten Schätzungen wird das geplante Forum mehrere Millionen Euro kosten. Auf dem Konto des Vereins „Uecker in Schwerin: Neubau“ sind bislang aber erst rund 1,2 Millionen Euro. „Dank der Zusammenarbeit mit unserer Heimatzeitung sind wir gut voran gekommen. Doch wir brauchen weitere potente Spender. Die müssen wir suchen. Ich bin optimistisch, dass wir sie auch finden. Wir haben einen langen Atem“, sagt Prof. von Berswordt.

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