Im Bahndepot : Heiner Goebbels' großes Epos in Manchester

Szene aus dem Stück von Heiner Goebbels. /Bolton & Quinn Ltd
Szene aus dem Stück von Heiner Goebbels. /Bolton & Quinn Ltd

Eine Weltpremiere als Mahnung gegen den Krieg. Heiner Goebbels inszeniert in Manchester einen großen Rückblick auf das 20. Jahrhundert.

svz.de von
09. Oktober 2018, 13:19 Uhr

Der deutsche Komponist und Regisseur Heiner Goebbels stellt in einem historischen Bahndepot in Manchester eine Weltpremiere vor: Das dreistündige Epos «Everything that happened and would happen» (in etwa: Alles was passiert ist und passieren würde) ist ein musikalischer Rückblick auf mehr als 100 Jahre europäischer Geschichte nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.

Rund 20 Künstler nehmen an der für Goebbels typischen Mischung von Musik, Performance, Installation, Bewegung, Klang und Film teil. Das Stück wird nach der Uraufführung an diesem Mittwoch (10. Oktober) noch bis zum 21. Oktober gezeigt. Schauplatz ist das ehemalige Bahndepot Mayfield in Manchester.

Die Akustik, das schiere Ausmaß und die «dramatischen Ecken und Kanten» des alten Depots hätten ihn zu dem Stück inspiriert, sagte Goebbels der Zeitung «Manchester Evening News». Inhaltlich gehe es um die Frage, warum die Welt trotz Widersprüchen, Konflikten und Zusammenbruchs immer wieder neu erbaut werde, «als sei nichts geschehen». Goebbels will aber keine fertigen Antworten liefern, sondern «Themen aufwerfen und die Vorstellungskraft anregen». Am meisten würde es ihn freuen, wenn die Zuschauer «mir Dinge erzählen, an die ich bei der Entstehung des Werks überhaupt nicht gedacht habe», sagte er der Zeitung.

«Everthing that happened and would happen» wird im Rahmen des Manchester International Festival (MIF) aufgeführt. Es bildet den künstlerischen Abschluss von 14-18 NOW - eines fünfjährigen Programms zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg in Großbritannien. Gemeinsame Auftraggeber sind die Organisationen 14-18 NOW, Artangel, Park Avenue Armory und Ruhrtriennale. 

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