Auszeichnung : Grimme-Preis 2015 verliehen

Die Schauspieler Ulrich Matthes, Charly Hübner und Frederick Lau (v.l.) dürfen sich über einen Grimme-Preis freuen.
Die Schauspieler Ulrich Matthes, Charly Hübner und Frederick Lau (v.l.) dürfen sich über einen Grimme-Preis freuen.

Christian Schwochow wird für seinen Spielfilm „Bornholmer Straße“ geehrt

von
29. März 2015, 14:50 Uhr

Der Spielfilm „Bornholmer Straße“ des gebürtigen Rüganers Christian Schwochow wurde am Sonnabend mit dem Grimme-Preis, der renommiertesten Auszeichnung für Fernsehsendungen in Deutschland, in der Kategorie ,Fiktion’ ausgezeichnet. Die Ko-Produktion von MDR,Degeto und RBB zeigt die letzten Stunden vor Maueröffnung aus der Sicht eines Grenzsoldaten. In der Jury-Begründung heißt es: „Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls haben Regisseur Christian Schwochow und die Drehbuchautoren Heide und Rainer Schwochow das Wunderwerk vollbracht, keinen staatstragenden Film über eines der prägendsten Ereignisse in der Geschichte Deutschlands zu machen – und doch wahrhaftig und berührend zu erzählen.“

Insgesamt lagen ARD, ZDF & Co bei den Preisträgern ganz weit vorn: Von den zwölf Grimme-Preisen gingen neun an die ARD und drei an das ZDF. In der Kategorie Information und Kultur gingen die Preise an die Bürgerkriegs-Dokumentation „Die Kinder von Aleppo“ (ZDF/ARTE/Channel 4), das Südsudan-Porträt „Wir waren Rebellen“ (ZDF) und an „Camp 14“ (WDR/BR/ARTE) über das nordkoreanische Lagersystem. Außerdem wurden der Dreiteiler „Akte D“ (WDR/MDR/BR) und der Film „Nach Wriezen“ (RBB) über junge ehemalige Straftäter geehrt.

Grimme-Preise in der Kategorie Fiktion bekamen die Filme „Der Fall Bruckner“ (BR), „Männertreu“ (HR) und „Tatort: Im Schmerz geboren“ (HR). Neben „Bornholmer Straße“ gewann die WDR/NDR-Produktion „Altersglühen - Speed Dating für Senioren“ in der Kategorie Fiktion, die den Publikumspreis der Marler Gruppe erhielt.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Preises ging die Auszeichnung auch an einen Hörfunkjournalisten. Jochen Rausch, Wellenchef des WDR-Jugendsenders 1Live, wurde für die WDR/EinsFestival-Produktion „Mr. Dicks - Das erste wirklich subjektive Gesellschaftsmagazin“ geehrt. Neben „Mr. Dicks“ ging in der Kategorie Unterhaltung ein Preis an das ZDF für den Auftritt eines syrischen Flüchtlingschors in „Die Anstalt“ vom 18. November 2014.

Zum Schluss der Gala wurden die WDR-Auslandskorresondentin Ina Ruck und der ZDF-Mann Dietmar Ossenberg mit der „Besonderen Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbands“ ausgezeichnet. Ruck sieht westliche Korrespondenten in Russland zunehmenden Anfeindungen ausgesetzt. „Da gibt es viele Hass-Mails“, sagte Ruck, die bis April 2014 das ARD-Studio in Moskau leitete, am Freitagabend bei der 51. Verleihung der Grimme-Preise im westfälischen Marl.

Während der Majdan-Proteste in der Ukraine sei sie gefragt worden, warum sie Lügen verbreite und die ukrainische Regierung nicht als faschistisch bezeichne. Solche Zuschriften würden inzwischen von „Fabriken“ erstellt, die von Russland aus in allen Sprachen Kampagnen starteten.

Ossenberg, der ZDF-Korrespondent in Kairo ist, wies auf zunehmende Schwierigkeiten von Reportern in der arabischen Welt hin. Es sei mittlerweile sehr schwierig, in Länder wie Libyen oder den Jemen zu kommen.

Die Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbands, Rita Süssmuth, hob bei der Preisvergabe die Bedeutung der Auslandsberichterstattung hervor. „Auslandskorrespondenten berichten uns das, was wir sonst gar nicht für so wichtig halten“, sagte die CDU-Politikerin.

Vor der Preisgala hatte es im Theater Marl eine Schweigeminute für die 150 Todesopfer des Absturzes der Germanwings-Maschine in Frankreich gegeben.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen