Glatte Ballerstory

Gestern im „Tatort“: Mainstream vom Feinsten

svz.de von
07. März 2014, 11:51 Uhr

Natürlich hatte 2013 Til Schweiger mit seinem Debüt als „Tatort“-Kommissar Nick Tschiller Rekordeinschaltquoten. Natürlich ging jetzt das Geballer und Gekloppe gegen Hamburgs kurdische Clan-Welt weiter. Und natürlich wird darob wieder ordentlich die Nase gerümpft. Dieser „Bruce Willis für Arme“ passt nun mal kaum in die Schar der „Tatort“-Kollegen. Aber, hey, schauen wir uns die Konkurrenz aus Skandinavien, England oder Übersee an – da geht es vielleicht etwas leiser, aber keineswegs zimperlicher zu. Aber ist der Tschiller-„Tatort“ im internationalen Vergleich der Krimi-Serien eine plausible deutsche Antwort?
Wenn es um Schauwert und Gangsterklischees geht, schon. Auch gestern Abend musste Nick Tschiller erst von einer attraktiven Staatsanwältin steigen, sich um seine Ex und um seine pubertierende Tochter kümmern, bevor er sich ins Getümmel mit den bösen Jungs stürzen durfte. Denn vor die Vendetta mit dem Astan-Clan haben Christoph Darnstädt (Buch) und Christian Alvart (Regie) erneut Sex und Familiensinn gesetzt.
Genauso wie den Verrat, dieses retardierende Moment in einer allzu glatten Ballerstory. Diesmal in Gestalt eines verbitterten Drogenfahnders (Ralph Herforth), der Tschiller und seine Kollegen benutzte, um mit den Drogen-Clans ein für allemal abzurechnen. Der Rest war beste Popcorn-Action.
Schweiger-Herz, was willst Du mehr? Die Quote gibt ihm ja recht.

„Tatort – Kopfgeld“, gestern, ARD


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