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Vorurteil : Glanz und Elend Siziliens

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Wer an Sizilien denkt, denkt automatisch auch an die Mafia. Der Historiker John Julius Norwich hat sich zur Aufgabe gemacht, die Insel von diesem Vorurteil zu befreien und die auch glanzvolle Historie aufzuzeigen.

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2017 | 09:25 Uhr

Sizilien könnte ein Paradies sein. In seiner Geschichte überwiegen jedoch die Zeiten unglücklicher Fremdherrschaft, Vernachlässigung und manchmal auch der Anarchie.

Zwar beschreibt der Brite John Julius Norwich in seinem historischen Buch «Sizilien» auch jene tragischen Momente, seine Liebe aber gilt eindeutig der Glanzzeit der Insel während der Herrschaft der Normannen im Mittelalter. Es erscheint ja auch wie ein Wunder, dass das raue Kriegervolk aus dem Norden unter der Anleitung weiser Herrscher hier im fernen Süden eine Art Vorzeigereich gründete: multiethnisch, tolerant, kunstsinnig, in dem sich das Beste aus mehreren Kulturen und Religionen miteinander verband.

Noch heute kann man die prächtigen Relikte der Normannenzeit überall auf der Insel bewundern. Andere Fremdherrscher hatten weniger Gespür für die Eigenart Siziliens. Norwichs Buch behandelt die beiden letzten Jahrhunderte leider sehr stiefmütterlich. Wichtige Aspekte wie die Mafia werden nur am Rande erwähnt. Das ist eine bewusste Entscheidung des Autors, aber trotzdem bedauerlich.

- John Julius Norwich: Sizilien. Eine Geschichte von der Antike bis in die Moderne, Klett-Cotta, Stuttgart, 368 Seiten, 26,00 Euro, ISBN 978-3-608-94930-8.

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