Schau bis Juli : Georg Baselitz plant Schenkungen für Chemnitz

Der deutsche Maler Georg Baselitz fühlt sich den Kunstsammlungen Chemnitz verbunden.
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Der deutsche Maler Georg Baselitz fühlt sich den Kunstsammlungen Chemnitz verbunden.

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist den Kunstsammlungen Chemnitz eng verbunden. Das Museum bewahrt einen beachtlichen Werkbestand des Künstlers - und der sorgt für weiteren Zuwachs.

svz.de von
12. April 2018, 15:21 Uhr

«Schwester Rosi», «Karl Schmidt-Rottluff», «Bandit»: Der gesamte Bestand an Werken von Georg Baselitz in den Chemnitzer Kunstsammlungen ist erstmals in einer Ausstellung zu sehen.

Die Schau mit dem schlichten Titel «Georg Baselitz» (17. April bis 8. Juli) vereint die 48 Arbeiten aus den Jahren 1966 bis 2013, die seit 1998 für das Museum gewonnen wurden. Die Spanne reicht von der frühen Zeichnung «Kopf mit Lade» bis zu Baselitz' ersten Bühnenbildentwürfen, wie das Museum am Donnerstag mitteilte.

Darunter sind auch drei Neuzugänge als langfristige Dauerleihgaben, wie die Generaldirektorin Ingrid Mössinger sagte. Der aus Sachsen stammende Baselitz will die Gemälde den Kunstsammlungen schenken. Sie «sollen die bereits im Bestand des Hauses befindlichen Bilder bestmöglich ergänzen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Sein «Geschenk an das Land und die Stadt» sieht er auch als Reverenz an Mössingers Arbeit. «Sie war eine der ersten Museumsdirektorinnen, die mein Werk nach der Wende mehrfach und umfangreich in Ost-Deutschland präsentiert hat.»

Die letzte Schau unter Mössingers über 20-jähriger Ägide in Chemnitz - die aus Baden-Württemberg stammende Kunsthistorikerin geht Ende April in den Ruhestand - präsentiert Gemälde, Zeichnungen, Skizzen und die Monumentalskulptur «Mondrians Schwester» (1977). Auch 29 Entwürfe, die Baselitz 2013 für «Le Grand Macabre» von György Ligeti an der Oper Chemnitz machte, gehören zum Bestand, ebenso vier großformatige Aquarelle mit Porträts von Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff. Erstmals zu sehen sind die vier 2012 erworbenen großformatigen Holzschnitte der «Remix»-Serie.

Baselitz wurde 1938 als Hans-Georg Kern in dem Ort Deutschbaselitz in der Lausitz geboren, dem er später seinen Künstlernamen entlehnte. Im Zuge des umstrittenen Kulturgutschutzgesetzes 2015 hatte er seine Leihgaben aus deutschen Museen zurückgefordert, auch Chemnitz hängte zwei Bilder ab. Die Beziehung des Künstlers zum Haus hat das nicht getrübt. «Er verhält sich durchaus großzügig», betonte Mössinger. In Anerkennung seiner Unterstützung ehrt die Stadt Baselitz mit der Eintragung in ihr Goldenes Buch - zur Vernissage am Montag.

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