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Kultautos im Museum : Geliebt, gebraucht, gehasst

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Aus der Onlineredaktion

Eine neue Ausstellung im Haus der Geschichte spürt der wechselvollen Liebesgeschichte zum Auto nach

svz.de von
erstellt am 10.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Als 1991 die Proll-Komödie „Manta, Manta“ in den deutschen Kinos anlief, hätte man sich das wohl nicht ausmalen können. Die titelgebende Kultkarre als Studienobjekt für Historiker? Als Ausstellungsstück in einem ehrbaren Museum gar? Nie im Leben.

Wer das Haus der Geschichte in Bonn besucht, kann nun aber genau das beobachten. Der Opel Manta B, wie er mit vollem Namen heißt, steht da in all seiner knallbunten Pracht. „Er erzählt viele Geschichten: über den Fahrer, über die Klischees, die Manta-Witze. Der Mann ist ein Proll, die Frau ist eine Friseurin. Es ist eine volle Klischee-Kiste“, erklärt Steffen Liebscher, der den Ausstellungsraum betreut hat. Dass es das Filmauto bis in ein Museum geschafft hat, liegt am Thema der neuen Ausstellung „Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos“ im Haus der Geschichte.

Mit rund 800 Exponaten versucht das Museum, einer wechselvollen Liebesgeschichte auf die Spur zu kommen. Vom Symbol der Freiheit bis zum Ausdruck der eigenen Subkultur, vom Kennzeichen der Macht bis zur Geißelung als Umweltsünde.

„Für die einen ist es das liebste Kind, für die anderen ist es schlicht und ergreifend ein Gebrauchsgegenstand“, sagt Präsident Hans Walter Hütter. Ja, und für wieder andere sei es Symbol für Verschwendung und Stau. In jedem Fall löse es Emotionen aus.

Viele Zeitdokumente zeigen, dass das Auto in Deutschland in der Tat kaum jemanden kalt lässt. Die Beziehung gleicht mitunter der zur Fußballnationalmannschaft. „Sind die Japaner besser?“, fragt etwa die „Auto Motor und Sport“ 1980 besorgt und alarmiert fünf Jahre später: „Gefahr aus Japan“. Die Bundesregierung wählt natürlich stets hochwertige Wagen heimischer Autobauer. Zu sehen ist etwa ein Mercedes-Benz 600 Pullman. Man bekommt bei all dem einen Eindruck, warum die VW-Abgasaffäre vielleicht mehr ist, als ein Wirtschaftsskandal.

Die DDR-Geschichte wird nicht ausgelassen. Zu sehen ist etwa, wie aufwendig ein Range Rover in Westberlin umgebaut wurde, um dem passionierten Jäger Erich Honecker Dienste zu tun. Ausgestellt ist zudem ein seltener Melkus RS 1000. Von dem DDR-Sportwagen wurden bis 1979 nur 101 Fahrzeuge gebaut: 70 PS, 30 000 DDR-Mark Kaufpreis. Und man brauchte eine Rennlizenz.

Themen wie Verkehrstote und Umweltverschmutzung werden ebenfalls abgebildet.

Im Kontrast dazu stehen die oft bunten Kultgegenstände rund ums Auto: Plüsch-Würfel am Rückspiegel, „Baby fährt mit“-Aufkleber am Heck, ein Wackeldackel auf der Hutablage oder ein Lenkradschoner.
 

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