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Global-Citizen-Festival : G20 in Hamburg: Popstars singen für mehr Gerechtigkeit

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Am Vorabend des G20 in Hamburg soll es Proteste gegen den Polit-Gipfel geben. Bei einem Pop-Konzert wollen Coldplay, Grönemeyer & Co vereint mit Bürgern die Mächtigsten der Welt in die Pflicht nehmen.

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erstellt am 05.Jul.2017 | 17:21 Uhr

Mit Musikstars wie Coldplay, Shakira und Herbert Grönemeyer will das Global-Citizen-Festival am Donnerstagabend die G20-Staats- und Regierungschefs zu mehr Einsatz gegen Armut und Hungersnöte bewegen.

«Armut füttert Konflikte, Konflikte füttern Armut - ein Teufelskreis. Wir brauchen dringend politisches Handeln dagegen», sagte der Gründer des gemeinnützigen Projekts Global Citizien, Hugh Evans, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Der Australier setzt sich weltweit unter anderem für die Ausmerzung von Hunger, bessere Bildung für Jungen und Mädchen und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein.

Vor Beginn des Festivals rief Evans die G20-Demonstranten in Hamburg zu Friedfertigkeit auf. «Friedliche Demonstrationen sind am effektivsten. Mit ihnen ist am meisten zu erreichen», sagte er und erinnerte an den Unabhängigkeitskämpfer Mahatma Ghandi und an Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela.

Seine eigene Bewegung sieht Evans nicht als Protest, sondern eher als «Aufruf zum Handeln» an - mit dem Ziel: «Wir fordern, dass alles daran gesetzt wird, den Kampf gegen extreme Armut und Ungleichheiten auf dieser Welt bis 2030 zu gewinnen.» Für die Armutsbekämpfung fehlen nach Evans Angaben derzeit rund 110 Milliarden US-Dollar (96 Mrd Euro).

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Afrika zum ersten Mal zum Schwerpunktthema einer G20-Präsidentschaft gewählt. «Wir brauchen Anführer wie Merkel, die die Stärke der G20 nutzen will», sagte Evans. «Frau Merkel muss zum Festival kommen, das geht gar nicht anders.»

Die Bürger in Deutschland, die sich über die Plattform www.g lobalcitizen.org an die Kanzlerin gewandt hätten, haben seiner Ansicht nach so viel Druck auf die Spitzenpolitikerin ausgeübt, dass sie einfach vorbeikommen müsse.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau, Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg und Argentiniens Präsident Mauricio Macri sollen beim Festival ein nachhaltiges Bekenntnis ablegen. «Wir geben keinem eine Bühne, der sich nicht zur Armutsbekämpfung verpflichtet», sagte Evans.

Mit der angekündigten drastischen Kürzung der US-Entwicklungshilfe habe Präsident Donald Trump eine rote Linie überschritten, ergänzte er. Jedoch sei die Frage, was der Präsident tatsächlich umsetzen werde. Die Organisation strebe mit der Trump-Regierung einen konstruktiven Dialog an.

Nach Evans Angaben machen 110 000 Bürger aus Deutschland bei der Organisation mit, davon 50 000 aus Hamburg. Vor allem mit politischen Tweets (Kurznachrichten) und Telefonanrufen seien sie Politikern auf die Pelle gerückt, berichtete Evans. Insgesamt seien 630 000 solcher Aktionen allein aus Deutschland in den vergangenen drei Monaten gezählt worden.

«Diesen großen Zuspruch hätten wir nicht erwartet, das war sehr ermutigend.» Für das einzelne Engagement werden Punkte gutgeschrieben, die besten Punktesammler bekamen eine Freikarte für das Festival, das erstmals in Deutschland über die Bühne geht.

Aufgrund der Sicherheits-Checks sollten die Konzertbesucher am Donnerstag möglichst früh zur Barclaycard-Arena anreisen, die Türen werden um 16.30 Uhr geöffnet. Ein Personalausweis sei erforderlich. Rucksäcke oder Taschen dürfen nach Angaben der Organisatoren nicht in die Halle mitgenommen werden.

Um 19.00 Uhr soll die Band Coldplay nebst Shakira loslegen - nach einer «Pre-Show» von «ESC»-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut.

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