«Musikfestival mit Freunden» : Feier in Warschau: Komponist Krzysztof Penderecki wird 85

Krzysztof Penderecki begeht seinen 85. Geburtstag mit einem eigenen Musikfestival. /EFE
Krzysztof Penderecki begeht seinen 85. Geburtstag mit einem eigenen Musikfestival. /EFE

Mit einem eigenen Festival und Freunden aus der internationalen Musikszene feiert Polens Komponist Krzysztof Penderecki seinen 85. Geburtstag. Nach Ruhe steht dem berühmten Musiker noch lange nicht der Sinn.

svz.de von
23. November 2018, 08:00 Uhr

Warschau (dpa) – Mit Pomp und eigenem Musikfestival würdigt Polen einen seiner brillantesten Komponisten: Zu Ehren von Krzysztof Penderecki spielen in Warschau Musiker aus aller Welt seine Werke. «Was kann man sich mehr wünschen?», fragt Penderecki, der am diesem Freitag 85 Jahre alt wird.

Mit den Feierlichkeiten hat er schon eine Woche zuvor begonnen. «Meine Musik wird in meiner Heimat gespielt und geschätzt», sagt er und schätzt sich deswegen überaus glücklich. Penderecki gilt als herausragendster polnischer Komponist der Gegenwart.

Seine Werke widmete er unter anderem den Opfern von Auschwitz, Hiroshima und der Terroranschläge des 11. September. Der Pole schrieb für befreundete Star-Musiker wie etwa die Violinisten Anne Sophie Mutter und Isaac Stern oder den Cellisten Mstislaw Rostropowitsch. Auch in den Filmen von Stanley Kubrick und Andrzej Wajda tauchen seine Kompositionen auf.

Zum Krzysztof-Penderecki-Musikfestival luden der Dirigent und seine Frau Elzbieta Penderecka Weggefährten aus der internationalen Musikszene ein, darunter den russischen Dirigenten und Bratschisten Juri Baschmet, den deutschen Dirigenten Christoph Eschenbach sowie Anne Sophie Mutter. Die berühmte deutsche Geigerin tourte im Oktober noch mit Penderecki in China. «Es sind Freunde und Bekannte, die eine Rolle im Leben meines Mannes gespielt haben», sagt Elzbieta Penderecka, die das Festival organisierte, über die renommierten Gäste.

Zu internationaler Bekanntheit in der Musikwelt kam der 1933 im südpolnischen Debica geborene Penderecki schon in jungen Jahren: Seine Komposition für die Opfer von Hiroshima aus dem Jahr 1959 wurde mit dem Preis der Weltkulturorganisation Unesco ausgezeichnet und gehört bis heute zu seinen meistgespielten Werken. Während er mit seinen frühen Arbeiten als Vertreter der Avantgarde galt, wandte sich Penderecki in späteren Jahren wieder mehr traditionellen Musik- und Klangmustern zu. Vor allem Kammermusik und sakrale Musik sind unter seinen Kompositionen.

Penderecki lehrte an der Krakauer Musikhochschule, der Folkwangschule in Essen und der Yale Universität in den USA. Er ist unter anderem Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Wenn Penderecki seine Musik niederschreibt, benutzt er für unterschiedliche Klänge auch verschiedene Farben. Die bunten Partituren des Polen wurden bereits wie Kunstwerke ausgestellt.

Penderecki selbst denkt auch mit 85 Jahren nicht daran, Taktstock und Notenpapier beiseitezulegen. Der ausgebuchte Terminkalender und die vielen Reisen lassen keine Rast zu. Zum Spaß sagt Penderecki, er wünsche sich zum Geburtstag Ruhe, nur um gleich hinzuzufügen: «Das ist ein Scherz.» Bereits vor einiger Zeit hatte Penderecki versichert, Arbeit und Ideen habe er noch für die nächsten 20 Jahre.

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