Ostrock : „Es gibt nichts Vergleichbares“

Claudius Dreilich, Toni Krahl und Dieter „Quaster“ Hertrampf am Schweriner See  
Claudius Dreilich, Toni Krahl und Dieter „Quaster“ Hertrampf am Schweriner See  

40 Jahre gelebte Rockgeschichte: City, Puhdys und Karat touren als „Rock Legenden“ durch Deutschland.

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03. März 2016, 21:00 Uhr

Geballte Rockpower am Schweriner See. Toni Krahl (66, City), Dieter „Quaster“ Hertrampf (71, Puhdys) und Claudius Dreilich (46, Karat) wurden von ihren Bands delegiert, um  auf  die  am 18. März in Schwerin beginnende Deutschlandtour der drei Gruppen unter dem Titel „Rock Legenden“ einzustimmen. Holger Kankel sprach gestern mit über 120 Jahren Rockgeschichte.

Im vergangenen Jahr gab es schon eine Rock-Legenden-Tour. Worauf dürfen sich die Fans diesmal freuen?

Quaster: Auf Musik.
Krahl: Und auf das eine oder andere Lied.
Dreilich: Mal im Ernst. Es gibt und gab nichts Vergleichbares in Deutschland. Es gibt die großen Musicals, es gibt Festivals, aber drei so große Bands gemeinsam auf einer Bühne an einem Abend…?
Krahl: Eigentlich haben wir die Sendung „Sing meinen Song“ vorweggenommen. Nur dass wir alle 40 Jahre gelebte deutsche Rockgeschichte auf dem Buckel haben.

Gab es einen Regisseur, ein Konzept, wer fängt an, habt Ihr gewürfelt?

Krahl: Kein  Regisseur. Alle 15 Musiker der drei Bands haben sich an einen Tisch gesetzt und diskutiert. Wir alle 15 fangen gemeinsam an und singen das Lied „Sternenstunde“, das Maschine (Dieter Birr von den Puhdys - d.R.) extra für dieses Projekt geschrieben hat. Das Konzert endet mit dem Song „Wir sind wir“, geschrieben von City.
Dreilich: Dazwischen spielt jede Gruppe ihr Programm. Dabei besuchen wir uns gegenseitig. Mal kommt eine Geige dazu, mal ein Gitarrist. Das sind für die Musiker und das Publikum dann wirklich emotionale Momente.
Quaster: Exzessiv für uns alle. Und ich tanze mit Bernd Römer von Karat wieder den Ententanz. Nach dem Konzert sind wir dann alle so traurig, dass wir am Tresen erstmal weinen müssen.

Am 2. Januar 2016 gaben die Puhdys vor 11 500 Fans in der ausverkauften Berliner Mercedes-Benz Arena ihr Abschiedskonzert. Festgehalten auf dem neuen Livealbum „Das letzte Konzert“, das als Doppel-CD sowie als Limited Edition mit Doppel-CD, Konzert-DVD und -Blu-ray, Making Of-DVD mit Einblicken hinter den Kulissen während der letzten Konzerte in Freiberg, Leipzig und Berlin sowie als besonderes Dankeschön fünf Portraits mit persönlicher Widmung der PUHDYS, veröffentlicht wird.

Wundert es Euch, dass die Hallen in Nürnberg oder Frankfurt am Main schon ausverkauft sind?

Dreilich: Im vergangenen Jahr haben wir auch im Westen gespielt, eher in kleinen Hallen, waren aber vielleicht nicht mutig genug.
Krahl: Bestimmt kommen einige Heimatvertriebene aus dem Osten, aber wir haben alle ja auch schon früher für unsere Brüder und Schwestern im Westen gespielt, aber wie gesagt, die Leute haben verstanden, dass es Vergleichbares nicht gibt.

Quaster, ist nach dem letzten Auftritt der Rock Legenden im Juni wirklich, wirklich, wirklich Schluss mit den Puhdys?

Quaster: Ja, wir haben alle vernünftig beschlossen aufzuhören auf dem Niveau, auf dem wir jetzt sind, um jeder für sich etwas Neues beginnen zu können.

Was wird das bei Dir sein?

Quaster: Ich arbeite an zwei Programmen: In „Quaster – Ich bereue nichts“ erzähle ich allein mit Gitarre und Videos aus meinem Leben. Und „Quaster, Family and Friends“ ist eine Band mit meinen Söhnen, meiner Tochter und Musikern wie Peter „Bimbo“ Rasym, der nicht mehr Bimbo genannt werden will. Die Premiere ist am 18. November im Tivoli in Freiberg (wo die Puhdys am 19. November 1969 ihr erstes Konzert gaben - d.Red.).

Wann geht City in die Rockerrente?

Krahl: Wir haben noch nie ans Aufhören gedacht. Ich habe auch keinen Plan B. Mein Plan B ist, Musik zu machen. So lange uns die Leute hören wollen, wird City weiterspielen. Außerdem ist es mit meiner Rente auch nicht so weit her. Und unter würdevoll altern stelle ich mir nicht gerade Rosen züchten vor.

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