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ESC-Finale in wien : Es geht um die (neue) Wurst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

100 Millionen Zuschauer heute beim Finale des Eurovision Song Contest erwartet

Schweden? Italien? Oder doch Australien? Glaubt man den Wettanbietern, landen diese drei Länder heute Abend beim Eurovision Song Contest (ESC) in Wien weit vorn. Der deutschen ESC-Hoffnung Ann Sophie räumen die Buchmacher keine großen Chancen ein, sie rangiert in den Tipps jenseits der Top Ten unter den 27 Acts. Die 24-jährige Hamburgerin hat Startnummer 17 und setzt auf den souligen Titel „Black Smoke“.

Das Mega-Spektakel werden voraussichtlich 100 Millionen Zuschauer am Fernseher verfolgen. In der Wiener Stadthalle wollen 10  000 Fans die Interpreten anfeuern und bejubeln. Die Mega-Show kostet etwa 25 Millionen Euro.

Neben der alljährlichen Frage nach dem ESC-Gewinner stellt sich diesmal noch eine fast genauso spannende: Wie politisch wird der ESC? Das Finale der Musik-Show dürfte in jedem Fall einige Überraschungen bereithalten.

Mit „Face The Shadow“ erinnert zum Beispiel das armenische Musikprojekt Genealogy an die Massaker an den Armeniern 1915. Die Band spiegelt die Diaspora des verstreuten Volkes. Neben einer Sängerin aus Armenien sind armenischstämmige Musiker aus Frankreich, Japan, den USA, Aus-tralien und Äthiopien vertreten.

Der nächste politisch angehauchte Song kommt aus Ungarn: Mit „Wars for Nothing“ präsentiert die Sängerin Boggie eine sanfte Ballade, in der sie für den Weltfrieden singt. Mehr als 30 Jahre nach dem Sieg von Nicole mit „Ein bisschen Frieden“ stehen die Chancen für Boggie nicht schlecht. Auch die für Russland startende Polina Gagarina präsentiert mit „A Million Voices“ einen Aufruf zu harmonischem Miteinander. Armenien, Ungarn und Russland haben den Einzug ins Finale geschafft.

Für Aufsehen hatte die finnische Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN) mit ihren vier behinderten Mitgliedern gesorgt. Sie war jedoch bereits im Halbfinale am Voting von Jury und Zuschauern gescheitert.

Der Sieg der österreichischen Dragqueen Conchita Wurst 2014 in Kopenhagen hatte die Alpenrepublik automatisch zum Gastgeber des 60. ESC gemacht. Der als bärtige Frau auftretende Tom Neuwirth (26) wird bei der Show die Künstler im Green Room interviewen.

Der ORF lässt erstmals in der ESC-Geschichte gleich drei Moderatorinnen durch den Abend führen: Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler.

Eine weitere Premiere in der ESC-Geschichte ist das zusätzliche Angebot einer Version in internationaler Gebärdensprache. So sollen auch gehörlose Menschen die Musikshow besser erleben können. In Deutschland ist die derart übersetzte Show auf EinsPlus zu sehen.

 

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