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Dialoge : Erst Wien, dann Frankfurt: Rubens als kluger Verwandler

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Peter Paul Rubens war Hofmaler und Diplomat. Und ein Geschäftsmann, der wegen der vielen Aufträge oft seine Schüler malen ließ. Eine große Schau in Wien beleuchtet sein Lebenswerk - und seine Vorbilder. 2018 kommt die Ausstellung nach Frankfurt am Main.

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erstellt am 16.Okt.2017 | 15:01 Uhr

Die einst so schöne Medusa wird nach dem Sex mit dem Meeresgott Poseidon von Athene mit einer hässliche Fratze samt Schlangenhaaren bestraft. Vom antiken Held Perseus geköpft, bleibt sie ein grausamer, fast bedauernswerter Anblick.

Das Bild «Das Haupt der Medusa» (1617/1618) von Peter Paul Rubens fesselt mit seinen vielen Details jeden Betrachter. In einer großen Schau «Rubens - Kraft der Verwandlung» stellt das Kunsthistorische Museum (KHM) in Wien das Werk des in Siegen geborenen flämischen Barockmalers (1577-1640) anderen Meistern gegenüber. «Der Dialog mit Kunstwerken seiner berühmten Vorgänger und Zeitgenossen beschäftigte Rubens zeitlebens und prägte sein fünfzigjähriges Schaffen», so das KHM.

Die rund 120 Exponate sind von Dienstag (17.10.) bis zum 21. Januar 2018 in Wien zu sehen. Danach wandert die aufwendige Schau ins Städel Museum nach Frankfurt (8.2.-21.5.2018).

Der große Wiener Rubens-Bestand von 40 Werken wurde mit zahlreichen Leihgaben aus den großen Sammlungen der Welt - darunter der Prado in Madrid, die Eremitage in St. Petersburg oder die National Gallery of Art in Washington - zu einem ganz besonderen Ensemble vereint.

48 Gemälden und 33 Zeichnungen von Rubens selbst werden Gemälde, Zeichnungen, Grafiken oder Skulpturen gegenübergestellt, die als Vorbild oder Inspiration dienten. Inspiriert wurde der äußerst geschäftstüchtige Rubens von Tizian und Tintoretto, Caravaggio und Rembrandt. Die Schau will zeigen, wie Rubens meisterhaft deren Motive für seine eigenen Werke verwandelte. «Wir können in dieser Ausstellung dem Meister praktisch über die Schulter schauen», sagte KHM-Generaldirektorin Sabine Haag am Montag.

Das Werk von Rubens erlaube aber auch einen Blick auf eine Welt im Umbruch mit dem Verlust alter Ordnungen und Gewissheiten. «Es war eine Zeit ungeheurer Kenntnisvermehrung mit einer unvergleichbaren wissenschaftlichen Aufbruchstimmung», sagte der Chef der Gemäldegalerie des KHM und Rubens-Kurator, Stefan Weppelmann, zur Ausstellung. So zeige das späte «Selbstbildnis» von 1638 einen von Zweifel, Gicht und Sorgen gezeichneten Mann.

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