Finale : Ein letztes Mal „Forsthaus Falkenau“

Reicht die Zeit noch für eine Hochzeit? Hardy Krüger jr. (als Förster Stefan Leitner) und Gisa Zach (als  Marie).
Reicht die Zeit noch für eine Hochzeit? Hardy Krüger jr. (als Förster Stefan Leitner) und Gisa Zach (als Marie).

Nach rund einem Vierteljahrhundert wird die Familiensaga mit dem heutigen Teil eingestellt – Fans und Darsteller sind sauer auf das ZDF

svz.de von
27. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Für Schauspieler Hardy Krüger jr. dürfte es nur ein schwacher Trost gewesen sein: Mitte Dezember ernannte der bayerische Forstminister Helmut Brunner (CSU) ihn und seinen Vorgänger im „Forsthaus Falkenau“, Christian Wolff, zu „Ehrenförstern“. „25 Jahre lang waren sie für Millionen Fernsehzuschauer der Inbegriff des sympathischen und kompetenten Försters von nebenan“, sagte Brunner. „Sie haben viel zum positiven Image des Försterberufs in der Gesellschaft beigetragen und das Verständnis für die unverzichtbaren Leistungen von Wald und Forstwirtschaft gefördert.“

Doch es nützt alles nichts: Wenn das „Forsthaus Falkenau“ heute ausgestrahlt wurde, ist es endgültig vorbei. Die Serie, 1988 erstmals ausgestrahlt, schrieb ein kleines Stück TV-Geschichte und läuft jetzt nach 240 Stunden Film aus. Von 1988 bis 2006 spielte Wolff den Förster Martin Rombach im fiktiven Ort Küblach im Bayerischen Wald. 2006 übernahm Krüger die Hauptrolle als Förster Stefan Leitner im fiktiven Ort Störzing am Ammersee.

Die letzte Folge der ZDF-Serie trägt nun den Titel „Ende gut, alles gut?“ Und das Fragezeichen hat seine Berechtigung. Die Fans sind sauer, dass es ihre Lieblingssendung nicht mehr geben soll und auch Hauptdarsteller Krüger machte aus seiner Verbitterung über die Entscheidung keinen Hehl. „Man ist da mit den Leuten, die jeden Tag vor der Kamera stehen und an das glauben, was sie machen, mit sehr wenig Anstand umgegangen“, sagte er. „Das war sehr enttäuschend nach so vielen Jahren erfolgreicher Arbeit.“ Das ZDF entgegnete, die zuständige Redakteurin habe „im persönlichen Gespräch alle Beteiligten in Kenntnis gesetzt und ihr Bedauern ausgedrückt“. Sender und Redakteure seien nicht auf die Schauspieler und Mitarbeiter zugegangen, sagte dagegen der zwangspensionierte Fernsehförster. „Das ist eine Art, die ich sehr rückgratlos finde. Das hat keinen Stil.“

In seiner letzten Folge überrascht Förster Stefan Leitner (Krüger) seine Lebensgefährtin Marie (Gisa Zach) mit einem romantischen Wochenende in den Bergen - die perfekte Kulisse für einen Heiratsantrag. Dann aber macht ein toter Gamsbock dem Romantiker einen Strich durch die Rechnung. Marie stellt nämlich fest, dass er an der Gemsblindheit verendet ist. Weil die Krankheit höchst ansteckend ist, machen sich Marie und Stefan auf die Suche nach dem Infektionsherd. Doch damit nicht genug. „Ihre Rückreise vom romantischen Kurzurlaub endet tragisch“, schreibt das ZDF geheimnisvoll.

Tragisch finden Fans auch das Ende des „Forsthauses“, das nicht etwa an zu schlechten Quoten scheiterte, sondern - wie auch der norddeutsche „Landarzt“ - der gewünschten ZDF-Verjüngung zum Opfer fiel, der „kontinuierlichen Modernisierung“, wie es in einer Mitteilung des Senders dazu hieß. Im Januar laufen auf dem „Falkenau“-Sendeplatz freitags um 19.25 Uhr „Die Garmisch-Cops“.

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