„Elser“ kommt in die Kinos : Ein Denkmal für Hitler-Attentäter

Das undatierte Foto zeigt Georg Elser in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Elser verübte am 8. November 1939 einen Anschlag auf Adolf Hitler.
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Das undatierte Foto zeigt Georg Elser in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Elser verübte am 8. November 1939 einen Anschlag auf Adolf Hitler.

Oliver Hirschbiegels „Elser“ kommt in die Kinos – sehr gut recherchiertes Drama über den Widerstandskämpfer

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16. März 2015, 12:00 Uhr

Mit dem Wehrmachtsoffizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg weiß wohl jedes Kind etwas anzufangen. Dass es bereits zu Beginn des Zweiten Weltkriegs den Versuch gab, den Diktator Adolf Hitler gewaltsam zu beseitigen, ist weithin unbekannt. Am 8. November 1939 platzierte der schwäbische Schreiner Georg Elser hinter dem Rednerpult von Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller eine Bombe. Das Attentat scheiterte, weil Hitler den Veranstaltungsort früher als geplant verließ. Acht Menschen starben, aber unter ihnen war keiner, den Elser treffen wollte. Wäre die Bombe planmäßig explodiert, wären mit Hitler wahrscheinlich auch Himmler, Bormann, Goebbels und Heß ums Leben gekommen. Elser wurde verhaftet, verhört, gefoltert und in Dachau inhaftiert. Kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers durch US-Truppen wurde er von SS-Leuten erschossen.

Oliver Hirschbiegel hat diesem Elser ein filmisches Denkmal gesetzt, das im Januar auf der 65. Berlinale Premiere feierte. Der Regisseur von Filmen wie „Der Untergang“ und „Diana“ erzählt in seinem außer Konkurrenz gelaufenen Werk die wahre Geschichte des schwäbischen Schreiners und Nazi-Gegners Georg Elser. In einer ersten Festivalvorführung wurde der Film mit Applaus aufgenommen. „Er hätte die Welt verändert“ ist der Untertitel des Films mit Christian Friedel („Amour fou“, „Das weiße Band“) in der Hauptrolle. Der englische Titel von „Elser“ lautet „13 Minutes“ – denn die Bombe explodierte 13 Minuten, nachdem Hitler vorzeitig den Saal verlassen hatte.

Hirschbiegel sieht Elser als ein Vorbild für Mut und Zivilcourage. Elser habe schon 1939 gespürt, dass der Nationalsozialismus in die Katastrophe führe, sagte der Regisseur. „Das ist 1939 eine große Leistung. Das Volk ist wie im Taumel, die Nazis versprechen eine glorreiche Zukunft. Und dieser Mann steht auf und sagt: Da muss man was machen.“ Elser sei der erste wirkliche Widerstandskämpfer gewesen.

Das Schicksal Elsers war bereits 1989 von Klaus Maria Brandauer unter dem Titel „Georg Elser – Einer aus Deutschland“ für das Kino verfilmt worden. Brandauer spielte darin auch die Titelrolle. Für Hirschbiegels „Elser“ recherchierten die Filmemacher nun unter anderem in Elsers Heimatort Königsbronn auf der Schwäbischen Alb und trafen Zeitzeugen. Das detailreiche Drehbuch für den Film schrieben Fred Breinersdorfer („Sophie Scholl – Die letzten Tage“) und Léonie-Claire Breinersdorfer.

Oliver Hirschbiegel macht nicht das gescheiterte Attentat zum Mittelpunkt des Films. Er blickt vielmehr auf das Leben des widerständigen Mannes und Frauenschwarms vor der Tat – und auf die endlosen Folterungen und Verhöre durch die Nazis danach, in denen Elser seine Weltsicht verteidigt.

An der Seite von Friedel spielen unter anderem Katharina Schüttler als seine Geliebte sowie Burghart Klaußner und Johann von Bülow als Nazis, die Elser verhören. „Elser“ startet am 2. April in den Kinos.
 

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