Ein Meer und seine Völker : Die Geschichte der Nordsee

Ende der Welt, Hanse und nordische Völker: die Nordsee ist mehr als nur Wasser. Was das «Deutsche Meer» ist und war, erzählt der Brite Michael Pye in seinem Buch «Am Rande der Welt. Eine Geschichte der Nordsee und der Anfänge Europas».

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05. September 2017, 14:13 Uhr

Die Römer hielten die Nordsee für den Rand der Welt und ein arabischer Geograph nannte sie später «das Meer ewiger Finsternis». Mythen und Legenden rankten sich um dieses nordische Gewässer.

Doch tatsächlich verband die Nordsee vor allem Völker miteinander - viel mehr als das Wege und Straßen je taten. Der Brite Michael Pye hat ein prachtvolles Buch über die Geschichte der Nordsee geschrieben. Man entdeckt darin viel Unbekanntes über jenes uns scheinbar so vertraute Meer und seine Anwohner. Zum Beispiel über den Wagemut und die kaufmännische Pfiffigkeit der Friesen, die leider kaum Schriftliches hinterließen. In der kollektiven Erinnerung eher präsent sind dagegen die furchterregenden Wikinger. Und dann natürlich die Hanse - das Symbol der völkerverbindenden Funktion der Nordsee schlechthin. Neben diesen großen Leitlinien enthält das Buch viele süffig geschriebene Geschichten, etwa über die Auswirkungen der Pest, die Stellung der Frau bei den nordischen Nationen oder die erstaunlich offen gelebte Sexualität im Mittelalter.

Michael Pye: Am Rand der Welt. Eine Geschichte der Nordsee und der Anfänge Europas, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 480 Seiten, 26,00 Euro, ISBN 978-3-100-024831

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