Deutsche Hoffnungen in Hollywood

Daniel Brühl und Komponist Hans Zimmer mischen bei Preisverleihung der Golden Globes im Januar mit

Daniel Brühl gibt in Hollywood Gas. Der deutsche Star, der in Ron Howards Formel-1-Drama „Rush“ als Niki Lauda auf's Pedal tritt, kann sich auf eine feucht-fröhliche Golden-Globe-Gala freuen. Der kleine Verband der Auslandspresse hat Brühl für eine der goldenen Weltkugeln nominiert, die am 12. Januar in der kalifornischen Filmmetropole vergeben werden. Die Verleihzeremonie hat den Ruf als fröhlichste Preisgala Hollywoods weg. Schon während der Live-Show – statt erst bei der Party danach – fließt reichlich Champagner.

„Nur“ als Nebendarsteller tritt Brühl an, aber in dieser Sparte trifft er auf Hollywood-Schwergewichte wie Bradley Cooper und den deutsch-irischen Kollegen Michael Fassbender, der in dem Sklavendrama „12 Years a Slave“ einen sadistischen und unberechenbaren Gutsbesitzer spielt. Mit sieben Nominierungen zählt das unter die Haut gehende Geschichtsepos des britischen Regisseurs Steve McQueen zu den Globe-Favoriten. Alle wichtigen Kategorien – bestes Drama, Regie, Nebenrollen und Hauptdarsteller (Chiwetel Ejiofor) – könnte „12 Years a Slave“ gewinnen.

Mit dem Biopic „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ glänzt noch mehr schwergewichtiges schwarzes Kino bei den Golden Globes. Idris Elba in der Rolle des gerade verstorbenen südafrikanischen Freiheitskämpfers Nelson Mandela könnte die Trophäe als bester Drama-Darsteller gewinnen.

Die Golden Globes sind für ihr großes Staraufgebot bekannt. Newcomer wie Brühl werden auf Hollywoods alte Hasen treffen. Tom Hanks ist für seine Rolle als „Captain Phillips“ in der Hand somalischer Entführer nominiert. Robert Redford besticht als wettergegerbter Schiffsbrüchiger in dem Überlebensdrama „All Is Lost“. In seinem Soloauftritt spricht der 77-Jährige nur wenige Worte.

Mit dem ebenfalls 77 Jahre alten Bruce Dern tritt ein weiterer Leinwandveteran an. In der für fünf Golden Globes nominierten Tragikomödie „Nebraska“ von Regisseur Alexander Payne spielt Dern einen verwirrten Vater, der einen vermeintlichen Millionengewinn abholen will.

Meryl Streep könnte ihren neunten Globe einheimsen. Diesmal als tablettensüchtige Matriarchin in der tragisch-komischen Familiensaga „Im August in Osage County“. Es ist ihre 28. Nominierung. Julia Roberts spielt darin ihre gefrustete Tochter. In der Sparte „Beste Nebendarstellerin“ trifft Roberts auf Hollywood-Darling Jennifer Lawrence, die im vorigen Januar für „Silver Linings“ mit der golden Weltkugel gekrönt wurde. Mit dem schwarzhumorigen Politkrimi „American Hustle“ von „Silver Linings“-Regisseur David O. Russell trifft Lawrence wieder ins Schwarze – der Film sahnte sieben Nominierungen ab, so viele wie „12 Years a Slave“.

Star-Komponist Hans Zimmer hat es am 12. Januar nicht weit. Der gebürtige Frankfurter ist längst Wahl-Kalifornier und häufig Gast bei den Globes. Mit der Filmmusik für „12 Years a Slave“ holte er seine elfte Nominierung. Zwei Globes gewann er schon, 1995 für „König der Löwen“, 2001 für „Gladiator“.

Der Filmgeschmack der Golden-Globe-Juroren brachte schon häufiger Überraschungen und Kritik hervor. So schlug es 2010 wie ein Blitz ein, als das von Kritikern verrissene Hollywood-Debüt „The Tourist“ des deutschen Oscar-Preisträgers Florian Henckel von Donnersmarck mit den Stars Angelina Jolie und Johnny Depp drei Nominierungen holte.

Doch die Globes sind Oscar-Barometer. Und sie machen Spaß. Die frechen Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler stehen im Januar wieder als Moderatorinnen auf der Bühne. „Es ist eine sehr saloppe, laute Party, und das mögen wir“, ulkte Fey vor der letzten Show.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen