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Thimo Meitner im Interview : Der Neue beim „Alten“

vom
Aus der Onlineredaktion

Thimo Meitner spielt den neuen Assistenten in dem ZDF-Krimi-Dauerbrenner

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2017 | 20:55 Uhr

Jahrelang war Michael Ande als Gerd Heymann der Assistent des „Alten“ und wurde so selbst zum dienstältesten Fernseh-Ermittler. Jetzt hat der „Alte“ einen Neuen: Thimo Meitner (23) spielt den jungen IT-Experten Lenny Wandmann, der das Asperger-Syndrom hat. Vor einer Woche hatte er seinen ersten Fernsehauftritt in der ZDF-Serie – und keine Angst vor großen Fußstapfen, wie er im Interview mit Britta Schultejans sagt.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem „Alten“? Meitner: Es sind tolle Erfahrungen. Ich verstehe mich mit meinen Kollegen sehr gut und die Arbeit macht ganz großen Spaß, weil ich eine Rolle über einen längeren Zeitraum spielen darf und jetzt auch mal auf der anderen Seite stehen darf – vorher war ich ja meistens der Böse.

Sie sind vom Alter her nicht der klassische ZDF-Zuschauer. Haben Sie die Serie vorher überhaupt wahrgenommen? Ich kannte sie natürlich und habe vorher auch ein, zwei Folgen gesehen. Als Kind und Jugendlicher habe ich allerdings generell nicht viel ferngesehen. Den „Alten“ kenne ich vor allem als ein Format, das sehr etabliert ist und das es schon lange gibt. Der „Tatort“ und „Der Alte“ waren für mich immer die zwei großen Krimis in Deutschland.

Und wie sind Sie dann zur Serie gekommen? Über ein Casting. Ich wollte nach der Schauspielschule gerne in ein festes Format reinkommen, und zum Glück hat das jetzt geklappt. Mich hat diese Herausforderung gereizt.

Auch wenn Sie die Rolle des langjährigen Assistenten Gerd Heymann von Michael Ande nicht übernommen haben, treten Sie ja in große Fußstapfen... Michael Ande kann man natürlich nicht ersetzen, und ich will mir auch gar nicht anmaßen, das zu versuchen. Es ist mir völlig klar, dass er da was ganz Tolles geleistet hat. Ich komme als eine andere Figur zum Team dazu. Ich hatte mit ihm selbst keinen Kontakt, habe aber natürlich viel gehört, auch Anekdoten vom Team.

Ihre Figur Lenny Wandmann hat das Asperger-Syndrom. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?  Ich habe mich da sehr intensiv vorbereitet, diverse Bücher gelesen und Gespräche mit Menschen mit Asperger-Syndrom geführt. Alles, was es gibt, habe ich versucht, aufzunehmen. Aber es gibt keine wahre Art, wie man jemanden mit Asperger-Syndrom spielen sollte. Ich möchte in kein Klischee reingehen, sondern einfach den Lenny spielen, der das Asperger-Syndrom hat. Alle Menschen sind ja verschieden.

Haben Sie sich auch andere Darstellungen angeschaut? Ich habe eine Folge der Serie „The Bridge“ gesehen, in der Diane Kruger eine Ermittlerin mit Asperger spielt, aber versucht, mich nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Ich habe mir auch noch nicht „Rainman“ angeschaut, obwohl das bestimmt ein toller Film ist. Ich möchte nicht etwas nachspielen, sondern meine eigene Figur erfinden.

Das ZDF ist nicht für eine besonders junge Zielgruppe bekannt. Sehen Sie Ihre Aufgabe auch darin, das zu ändern? Das liegt ja nicht nur an mir. Wir arbeiten immer wieder dran, dass wir tolle und spannende Folgen machen. In Zeiten von Netflix, Amazon Prime und was es da sonst so gibt, ist es für keine Produktion einfach, ein breitgefächertes Publikum zu finden.

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