zur Navigation springen

Gedenken an großen Maler : Der Höllenmaler Hieronymus Bosch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

’s-Hertogenbosch feiert 2016 das 500. Todesjahr ihres berühmten Sohnes.

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2016 | 16:00 Uhr

„Passt auf eure Hände auf, es ist hier sehr eng“, ruft Bootsführer Hugo Groeneveld, kurz bevor er scharf links in einen Tunnel biegt. Eben noch säumten Häuserwände und Uferböschungen das Flüsschen Binnendieze. Nun herrschen keine zehn Zentimeter Abstand mehr zwischen Boot und Tunnelwand. Dunkelheit. Dröhnende Bässe. Hektisches Gezupfe auf einer Gitarre. Wenige Sekunden später lodern links und rechts Flammen, aus denen Skorpione fliegen, Fische mit langen Beinen staksen und Drachen mit Teufelsfratzen schwirren. Wieder ein paar Sekunden später schweben Engel zu sphärischer Musik im Sternenhimmel. Die Bösen und die Guten, dazwischen gibt es nichts. So hat sich Hieronymus Bosch das Jenseits vorgestellt. Die acht Bootsinsassen sitzen und staunen, denn damit hatten sie nicht gerechnet. Sie erkunden ’s-Hertogenbosch vom Wasser aus. Genauer: per „Himmel-und-Hölle“-Bootsfahrt auf der Binnendieze, dem Flüsschen, welches die 144  000-Einwohner-Stadt kanalartig durchzieht.

2016 jährt sich der 500. Todestag des begnadeten Künstlers Hieronymus Bosch, bürgerlich eigentlich Jeroen van Aken (=Aachen), und seine Geburtsstadt hat sich mit allerhand Events darauf eingerichtet. Boschs Geburtsjahr und Todestag bleiben auf ewig ein Geheimnis. Bosch wuchs in einer Künstlerfamilie auf, bereits der Großvater, der Vater als auch zwei Brüder arbeiteten als Maler. Bosch, weltberühmt für seine angsteinflößenden Fusionen aus Mensch und Tier, beschert seiner Geburtsstadt derzeit nicht nur virtuelles Höllenfeuer, sondern auch einen echten warmen Wind. Seit Beginn des Jahres strömen Besucher aus ganz Europa dorthin. Es locken das Art Center, Skulpturen, die in der ganzen Stadt aufgestellt wurden, der Aufstieg auf die Kathedrale, Menüs werden auf einem eigens designten Bosch-Geschirr serviert, und abends gibt es seit Mai eine speziell für das Jubiläum produzierte Bosch-Beamer-Show auf dem Marktplatz. Letztere trat allerdings erst mit Verspätung ins Programm: beim ersten Soundcheck auf dem Marktplatz am 27. Februar brachen die beiden Häuser neben Boschs Geburtshaus zusammen, glücklicherweise ohne Verletzte. Die Lücke ist noch deutlich zu sehen. Ein Höllen-Spektakel für einen Höllenmaler – wenn das nicht passt.

Anreise: Mit KLM ab Hamburg ab 98 Euro nach Amsterdam retour, von dort eine Stunde mit dem Zug bis nach ’s-Hertogenbosch (Bahnfahrt retour 30,60 Euro).
Übernachten: Im kleinsten Mövenpick-Hotel der Welt kostet das Bosch-Package, mit 2 Ü/F, Vier-Gänge-Bosch-Menü, Bustickets und Eintritt in das Art Center 162,50 Euro pro Person. www.movenpick.com/hertogenbosch
Himmel-und-Hölle-Bootsfahrt auf der Binnendieze (bis Ende Oktober). Dauer 1,5 Stunden. Pro Person etwa 10 Euro.

https://www.bosch500.nl/en/the-event/heaven-and-hell-cruise
Noch bis 10. Dezember 2016 gibt es do, fr, sa nach Sonnenuntergang eine spektakuläre Bosch-3D-Show auf dem Marktplatz www.bosch500.nl, Eintritt frei.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen