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Jubiläumsfolge Traumschiff : „Den Sternen sehr nahe“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Jubiläumsfolge: Das ZDF-„Traumschiff“ legt Ostern in Tansania an. Schauspieler Hardy Krüger jr. erinnert sich an Kindheit in Afrika

In der Jubiläumsfolge ist alles dabei: Familienstreit, eine verflossene Liebe, Elefantenwilderei, ein hoffnungsvoller Musiker und zwei kuriose Hobbyfotografen sorgen für allerlei Verwicklungen rund um das „Traumschiff“, das diesmal vor Tansania anlegt. Der Fernsehdauerbrenner feierte im vergangenen Jahr sein 35-jähriges Bestehen. Die 2016 gedrehte Jubiläumsfolge ist nun Ostern zu sehen – das ZDF zeigt sie am Sonntag (16. April) um 20.15 Uhr. Die allererste Folge der Reihe lief im November 1981.

Mit an Bord ist während der Reise nach Ostafrika die Stammcrew, bestehend aus Sascha Hehn (Kapitän Victor Burger), Nick Wilder (Arzt Dr. Sander), Harald Schmidt (Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle) und Heide Keller (Chefhostess Beatrice) – und als Gast Florian Silbereisen, der in seiner Rolle als junger Offizier und Musiker davon träumt, auf Tournee zu gehen und an Bord lautstark mit seiner Band probt. Die Geschwister Robin (Sonsee Neu) und Steffen (Gabriel Raab) reisen nach Tansania, weil das Testament ihres Vaters eröffnet wird. Auf dem Traumschiff will Robin außerdem ihre Ehe mit Kai (André Röhner) retten. Das ist jedoch nicht so einfach, und so sucht Robin in Tansania Zuflucht bei ihrer Jugendliebe Jörg (Hardy Krüger jr.).

Für Hardy Krüger jr. waren die Dreharbeiten eine Reise in die alte Heimat. Der Schauspieler verbrachte seine Kindheit in Tansania - auf der Farm, auf der sein Vater Hardy Krüger einst mit John Wayne den Film „Hatari!“ drehte. Sinnigerweise spielt er im „Traumschiff“ einen Elefantenforscher. Ute Wessels, dpa, sprach mit Hardy Krüger jr.

Was sind denn Ihre stärksten Erinnerungen an Tansania?

Ich habe schöne Bilder aus meiner Kindheit, aus glücklichen Kindertagen. Wenn man da aufwächst, dann hat man den größten Spielplatz, den man sich vorstellen kann. Das ist für ein Kind ganz toll. Man kann rausgehen, man hat Tiere um sich herum, viele Kinder sind da. Eine Bilderbuchkindheit. Ich habe gute Erinnerungen.

Wie ist Ihr Eindruck von Tansania heute?

Das Land ist sehr bewegt, man versucht viele Dinge zu ändern. Die Wilderei hat schlimme Ausmaße angenommen und langfristige Auswirkungen. Diese haben das Ökosystem durcheinandergebracht. Wenn Leitbullen einer Herde getötet werden, werden die Traditionen, sprich die alten Trampelpfade, nicht an die Jungen weitergegeben. Die wissen nicht wohin und laufen ziellos durch die Gegend. Sie finden die alten Trampelpfade nicht und wandern nicht mehr. Beim Wandern hinterlassen die Elefanten ihren Kot mit unverdauten Pflanzensamen, das heißt: Die Elefanten sind die, die die Pflanzensamen durch das Land tragen, damit das Land grün wird. Passiert das nicht mehr, wird das Land immer trockener. Die Wilderei hat also einen massiven Einfluss auf das Ökosystem. Aber das wissen die Leute nicht, und das interessiert sie auch nicht, weil sie einfach nur das schnelle Geld sehen. Da muss man sehr viel Arbeit leisten.

Was macht die Faszination dieses Landes aus?

Tansania ist immer eine Reise wert. Es ist relativ sicher, was Überfälle betrifft oder auch Probleme wie Malaria. Es gibt unglaublich schöne Gegenden. Der Kilimandscharo, der Mount Meru. Man sieht alle Tiere, die man sich vorstellen kann. Man kann Safaris machen, die traumhaft schön sind. Und das Klima ist sehr stabil. Man hat auch das Gefühl, dass man den Sternen sehr nahe ist. Das ist mir sonst nur in Australien einmal so gegangen, dass man das Gefühl hatte, dass einem die Sterne auf den Kopf fallen.

Haben Sie die Hatari-Ranch auch besucht?

Ja, wir waren auch im Shumata. Das war ja die Location für die Hatari-Ranch. Mein Vater hatte sich bei den Dreharbeiten so in diesen Ort verliebt, dass er die Ranch gekauft und aufgebaut hat. Bis 1970 war die autark mit einer eigenen Schlachterei, Hühnern, Schweinen. Man hat sich selber versorgen können. Aber dann wurde das Land kommunistisch, und es war nicht mehr möglich, die Ranch zu bewirtschaften. Wir sind mehr oder weniger enteignet worden und sollten das Land verlassen. Eine befreundete Familie bewirtschaftet die Ranch weiter, sie haben diesen Traum weitergeträumt.

Wäre eine Kreuzfahrt für Sie eine Form des Reisens?

Ich habe das einmal gemacht, weil mein Sohn sich das gewünscht hat. Ich bin sehr gerne auf dem Wasser und segele und fahre Boot, aber ich bin doch eher der Typ, der mit dem Motorrad alleine durch die Wüste fährt. Reisen ist für mich zeitlich sehr limitiert, und dann suche ich mir eher eine andere Form des Reisens aus. Von einem Schiff kann man nicht weg, man hat viele Menschen um sich herum und kommt nicht wirklich zur Ruhe – was man im Urlaub ja möchte.

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